Von Sinnen, Halbjahresabrechnung

Von Sinnen

den meinen, berichte ich, im Quartal.
Manch Gesehenes, GehörtesGetastetes Gerochenes und Geschmecktes brennt sich in mein Hirn. Um traumatische Folgen abzuwehren, wäge ich ab, jongliere mit Erlebtem, um es beweglich zu halten, um zu verhindern, dass es sich doch manifestiert, speie ich es aus.
Daraus entstehen merkwürdige Gedankenkonstrukte, denen nicht unbedingt Folge zu leisten ist, die aber vielleicht weitergedacht werden können. Sollen. Im Idealen regt es euch an, eigene Gedankenäste in eurem eigenen Sinnenbaum zu gestalten.

Kurz: Boaah, Altaaa, denk dommo noooh.

Nein, hier fehlt kein Bitte, denn du handelst eigenverantwortlich und nein, du brauchst auch gar keine Angst zu haben, wenn du denkst… vielmehr wäre ein Danke angebracht.
Danke, dass ich denke, so in etwa.

Is ja net selbstverständlich, zumindest nicht in Perfektion. Bin ich ja eigentlich… also wär ich gern…. Perfektionist. Im Innern.

gesehen… hab ich etwas, da fiel ich echt vom Glauben ab. Darum soll es später auch noch gehen , um Glauben, vorher aber geht es noch kurz um glitzernden Mösenschleim

Die Frauen in meiner näheren Umgebung waren sich durch die Bank unsicher, ob sie nun lachen oder heulen sollten. Für den Kerl hingegen war klar, das muss nachts leuchten. Ganz pragmatisch, was hätte es denn sonst für einen Sinn? Ich habe keine Ahnung aber in meiner langjährigen Erfahrung hat ein Szenario wie dieses einfach keinen Platz:

Er: Wow, du glitzerst so schön da unten, das macht mich total an und wenn mein Pimmel danach auch glitzert, dann sind wir eine Einhorneit.
Sie: Er liebt mich.

Ey, wer einmal am Freitag morgen, dem nach Schwerdonnerstag, nicht abgeschminkt irgendwo aufwacht und sich den Schlaf aus den Augen reibt, weiß, dat britzelt dir die Netzhaut weg.
So, nu machste das Ding mit dem Denken von Lessonnumberone, un da weisste bescheid, mit dem Glitzer, in der Muschi.

Welche Werte gibt man der neuen weiblichen Generation denn heutzutage mit, bitteschön? Eine gebleichte Rosette und Glittermumu, damit brauchte ich mich zum Glück erst Ü 30 auseinanderzusetzen, meine Leidenschaft zum Denken, half mir außerdem, keinen weiteren ernsthaften Gedanken daran zu verschwenden.
In meiner Jugend, ich wiederhole mich gerne, hießen die Idole Nena und Madonna und irgendwie war das machbar. Das war zu schaffen.

Heutzutage scheitern Fashionistas an einem Mantel.
Die Kommentare unter einem Blogpost lesen sich wie folgt:

„Aaaaaawwwww, so cute, der Mantel, aber Mantel tragen kann ich nicht, dazu bin ich leider zu klein. Dir steht er super.“

„Toller Mantel, bin ich zu groß für, ich kann keine Mäntel tragen, du kannst ja alles tragen.“

„Einmal im Leben möchte ich mal einen Mantel tragen, ich bin sehr dick und mir stehen keine Mäntel.“

„Dieser Mantel (Schnappatmung), kommt für mich wieder mal nicht in Frage, ich bin ja sehr schlank und versinke in jedem Mantel. Wiedermal nichts für mich. Schade.“

„Ihr seid zu doof einen Mantel zu tragen.“

Ich schrieb es und löschte es und schrieb es und löschte es und schrieb und löschte…. solange bis ich Mitleid empfand, für all die frierenden Mädchen, für die ein Mantel aus optischen Gründen nicht in Frage kam. Ich erwog kurz, meinen Mantel zu teilen, um meinem inneren Sankt Martin gerecht zu werden.
Diesen Gedanken verwarf ich, als ich an die Frauen in Kriegsgebieten dachte, auf der Flucht, an unsere Ommas, die ohne Mantel die Felder nach Essbarem durchwühlten. Wie die wohl in einem warmen Mantel ausgesehen hätten… und hätte sich glitzernder Mösenschleim, wohl positiv auf die Stimmung ausgewirkt?
Könnte man sich vorstellen, wenn man sonst keine Vorstellungen hat.

♦ gehörthabe ich irgendwas von Polizeistaat, gesehen habe ich, wie sie die Begründung für einen solchen frei Haus liefern.
Links, rechts, in diesen Tagen für mich völlig unerheblich, denn in der Diskussion, unterscheiden sich die Argumente nicht mehr. Mimimi is der gängige Tenor, garniert mit einem: „Die haben aber angefangen.“
Relativierungen bis zum Erbrechen, im eigenen Ego gefangen, die politische Gesinnung dem Plattencover entliehen, gleichen sie sich unbemerkt der Extreme und somit dem Mob an, dem rechtsbraunversifften.

Natürlich kann man sich provozieren lassen, ich war meisterlich in Ausübung provozierter Handlungen, ebenso in Schuldzuweisungen und abweisen dieser. Doch man kann dazulernen im Leben, die Dinge anders angehen als bisher und auch mal dankbar sein, für das bisschen was man hat.

Ma Tacheles, soweit her kann es mit der Kritik an Konsum und System nicht sein, wenn ich mich mitm Apple Produkt vorm Wasserwerfer fotografiere oder schlimmer noch, aus dem Laden klaue. Kann es mir dann so schlecht gehen, dass ich anderer Leutz Eigentum zerstören muss, um auf die Mißstände in meinem Land aufmerksam zu machen?
Oder bin ich dann einfach nur ein zutätowierter Pisser in sauteuren Markenturnschuhen? Dein Lifestyle, und sorry, nichts anderes ist das, kostet nämlich ne Menge Geld, Kapitalismus is dir also nicht völlig fremd. Die Umwelt interressiert dichn Scheiß, Wasser wird verschwendet um brennende Barrikaden zu löschen und dich vom Bürgersteig zu spülen. Nicht wegen der Sache.

Für alle Bildzeitungsleser. Nein ich sage nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss nur weil man ein IPhone hat, diese Argumentation sollte schon die Flüchtlingspolitik adabsurdum führen. Merkste selbst, ne? So kommen wir nicht weiter und verschwenden Kraft und Zeit fürs Wesentliche.
Ich sage, Nichts, absolut Nichts rechtfertigt Gewalt gegenüber anderem Eigentum und schon gar nicht dessen Leib und Leben.
Und natürlich wird ein Polizist dafür bezahlt und es gibt sicher einige, denen ich gerne mal aufs Maul hauen würde. Als Mensch und theoretisch, nicht aber in echt und in Ausübung seines Amtes. Wir leben hier, wir haben Polizei und das ist auch gut so. Woanders hätten wir seit letzten Freitag Bürgerkrieg und viele Tote. Darunter vielleicht auch deine Tochter, die übers Wochenende abgehauen ist um zu demonstrieren oder der kleine Sohn einer Bekannten, der nur zum Spielen raus wollte…..

Was soll der Scheiß?
Als männlicher, weißer, deutscher Mann, geht es dir in dieser Welt sogar mit am besten. Kann man mal drüber nachdenken, denn diskriminiert werden andere. Die schmeißen dann aber keine Steine, die finden kreative Wege um ihre Meinung zu verkünden, auf sich aufmerksam zu machen. Ach neeee,  Aufmerksamkeit bekommen die lautesten, die Krawaller… sind wir auch selbst ein bisschen mit Schuld, nech.
Und natürlich kann ich Donnerstag eine ganz andere Meinung haben als Sonntag, denn in der Zeit dreht sich die Welt, unaufhaltsam, leider in eine mir unbekannte Richtung. Und gerade deshalb ist es wichtig zu beobachten, seine Einstellung den Begebenheiten anzupassen und auf keinen Fall zu schweigen und noch auf aller gar keins!ten Fall zu schlagen. Das macht man nämlich nicht. Punkt.

gerochen… habe ich Weihrauch.

Glaube, liebe Hoffnung, der Rosenkranz an meinem Arm
We´re all mad here…

Wie steht ihr zu Weihrauch? Zum Rosenkranz? Zur Kirche?
Nein, das sind tatsächlich 2 Paar Schuh und die Leut, manche, Kirchenleut sind auch noch mal n ganz anderes paar Schuhe.
Auch hier plädiere ich wie immer, auf die genaue Betrachtung der Sache an sich.

Was spricht denn überhaupt gegen den Glauben? Warum wollen ihn manche verbieten, ausrotten? Auch da findet man keinen gemeinsamen Nenner, denn es geht wie immer nur um die eigenen Erfahrungen, die man mit verbaut.

Deshalb sind auch wir doch noch keinen Deut weiter als damals, zu der Zeit als man die 10 Gebote überlieferte. Grundsätzlich doch gar keine schlechte Idee, gesammelte Erkenntnisse zusammen zu fassen und der Nachwelt, richtungsweisend zu hinterlassen. Ich gebe zu bedenken, die heiße Herdplatte ist noch nicht erfunden und wurde zur damaligen Zeit nicht sinnbildlich zur erzieherischen Maßnahme benutzt, wie heute.

Das ist natürlich eine sehr schlichte Betrachtungsweise, doch ich stelle mir vor, niemand, der sich abfällig über Religionen äußert, nach Verboten ruft, hat sich wirklich, wirklich damit befasst. Warum also nicht mal in aller Einfachheit drauf schauen.

Stell dir vor, ich hätt heute n you Tube Channel und würd über die Erkenntnisse meines Lebens plaudern, die Geschichte muss sich ja nicht zwangsläufig wiederholen, es können ja andere von lernen, is doch ganz nett. Wahrscheinlich würde ich dafür auch nicht direkt gekreuzigt, denn noch hamma keinen Polizeistaat. Uff!!!
Sollen wir uns mal anschauen, was die Typen sich damals so gedacht haben?

Die 10 Gebote der Jesus Clique

1. Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
Joah, da weiß ich mir jetzt och keinen Rat. Also schon, denn ich für mich interpretiere ich das ganze Religionsgedöns in meinem Sinne. Sucht man also die selbst definierte Göttlichkeit in sich selbst. Sprich, bin ich überzeugt, das ganze Gerümpel entsteht aus mir, dann bringe ich mich zu aller erst mal in Einklang mit mir selbst und sonst ma grad mit niemandem.
Ich first, quasi… also im übertragenen Sinne…
Denk nach!

2. Du solltest den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen
Ey, wat abgedrehte Typen, natürlich nicht!

3. Du sollst den Feiertag heiligen.
Siehste, ich sach doch, is net alles schlecht.

4. Du sollst deinen Vater und Mutter ehren.
Hier is je nach Sachlage zu befinden.

5. Du sollst nicht töten.
Da muss man nicht Jesus für sein, das glaube ich ungesehen und ich bin über die Grenzen hinaus als Ungläubige bekannt.

6. Du sollst nicht Ehebrechen.
Hat sich auch als nette Geste bewährt, über einige Jahre jetzt schon.

7. Du sollst nicht stehlen
Wer sich an den Streß geklauter Kaugummis in der Jugend erinnert, für den erscheint rückwirkend auch dieses Gebot total sinnig.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deines Nächsten.
Eben. Halts Maul.

9. Du sollst nicht begehren eines Anderen Haus.
Puuuh, da komm ich nu aber in ernsthafte Schwierigkeiten, weil ich begehre manchmal in der Tat andere Häuser, erlege mir aber selbst auf, zukünftig dabei den Rosenkranz zu beten.

10. Du sollst nicht Begehren deinen Nächsten Weib, Knecht, Magd,Vieh, noch alles was dein Nachbar hat.
Für mich eine grundlegende Sache, habe ich mir abgewöhnt. Is schön, wenn mein Nachbar all das besitzt, deshalb ist das auch mein Nachbar und nicht ich bin mein Nachbar und umgekehrt auch nicht.

Ich gönne also jedem von Herzen seinen Besitz und freue mich über meinen. Kann man machen, dann schätzt man sich und seinen Besitz tatsächlich viel mehr wert, weil man sich nicht mehr über den der anderen ärgert. Ganz nebenbei gewinnt man, unbeschwerte Zeit.

Nimmt man das nun als kleinen Leitfaden, für sich ganz alleine. Jeder, für sich, aus sich. Dann passieren all die furchtbaren Dinge sicher nicht mehr ganz so furchtbar, furchtbar.
Bitte beschimpft mich gerne als naives kleines Dummchen, dennoch glaube ich daran, dass es besser werden kann , dass dieser Leitfaden noch immer gültig ist. Nur neigt der Mensch dazu, die einfachen Dinge zu verkomplizieren und die komplizierten zu vereinfachen, je nach Gemütslage und deshalb funktioniert nix, je mehr Jahre ins Land gehen.

An alle „nur“ Bildzeitungsleser, du musst das jetzt nicht so machen, wie die da oben sagen, nein, niemand bevormundet dich, und du kannst jederzeit ganz frei entscheiden wie du dein wunderbares, selbst bestimmtes Leben lebst.
Awa dann mach dat doch och endlich mo, dau Hejel.

getastet habe ich, wie die Kühle der Perlen, meiner Körperwärme weicht, während ich die 59 Perlen des Rosenkranzes sanft mit den Fingern umschließe und einzeln umfahre, schmiegt sich die Kette in meine Hand.

Wenn ich es schaffe, mein Gegenüber nicht zu töten, während ich mich 59 Perlen lang darauf konzentriere ruhig zu bleiben und zu atmen, hat dieser Rosenkranz von Notre Dame durchaus eine Daseinsberechtigung.
Er hilft mir, er hilft anderen, wenn er dir nicht hilft… wer hat denn hier jetzt ein Problem, häh, wer hat denn Schuld?
Die Antwort wird dich überraschen, Niemand. Darum geht es überhaupt gar nicht, darum sollte es, zielführend, niemals gehen.

Wie ihr seht, ist der Glaube eine ganz individuelle Auslegungssache des Menschen.
Darin und nur darin liegt das Problem begründet. Darin liegen genau betrachtet, sogar alle Probleme begründet.
Im Menschen.
Da wir nu ma alle Menschen sind, versuchen wir doch ausnahmsweise mal nicht mit Steinen zu werfen, auch ohne Glashaus nicht.
Doch wer ohne Sünde ist, wessen eigene Wahrnehmung nicht ganz der Realität entspricht und wer es für seinen kleinen Pimmel braucht, der werfe eben den ersten Stein.
Aber dieses: “ Er wars. Er wars, Sie wars, Sie wars.“
Bitte nicht, ihr Otternasen.

♦ geschmeckt…  jooo, schon, wenn nur der bittere Beigeschmack, der Otternasen, die ich echt gefressen hab, nicht wäre, dann könnte ich mein privilegiertes 1. Welt Mahl, viel entspannter zu mir nehmen.

Die Alex sagts… und aus ihrem Geiste.

 

2 Kommentare

  1. Eigentlich triffst du ja immer mitten ins Schwarze aber heute ganz besonders. In Ermangelung eigener Blogergüsse teile ich jetzt dann eben deine. Spart Zeit.
    Danke fürs furiose Wortklöppeln.
    Herzlich, Katja

    1. Vielen Dank, liebe Katja, das tut mir richtig gut. :-)Ich freu mich sehr übbers teilen, ich komm ja nicht so weit in die Welt sonst mit meinen Worten.;-) Einen schönen Abend dir. Alex

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