Schlüsselanhänger selbermachen, aus altem Besteck und mit Schagbuchstaben beschriftet

Von Sinnen, Jahresabrechnung

Von Sinnen

In altbekannter Tradition berichte ich hier von den 5 Sinnen.  Auf dem alten Blog wöchentlich, heute nur noch im Quartal. Meist enthalten die Rückblicke Unschönes, Unfreundliches und Unmenschliches, für diese Umstände bin ich allerdings nicht verantwortlich. Auch ich wünschte mir meine Erlebnisse und Erkenntnisse farbenfroher, etwas mehr ins Rosa gehend um das Braun aufzufrischen. Doch die Realität, von der ich in den letzten Jahren ein großer Fan geworden bin und der ich schonungslos in die Augen blicken kann, ist nun mal anders.
Im letzten Jahr konnte ich noch sagen:“Boah näää, Weihnachtsmarkt, geh weg.“
Heute jedoch diskutieren die Anderen nicht über meinen Hass gegenüber Glühwein, sondern unter Glühwein diskutiert man den Hass gegenüber anderen.
Auch das bin nicht ich schuld, man sagt das ist die Merkel Schuld, man sagt aber auch das mit den Einhörnern.

Die 5 Sinne: Sehen, hören, tasten, riechen, schmecken, Jahresabrechnung.

 

♦ gesehen …

Amerika hat gewählt. Oder vielmehr der frustrierte weiße Mann hat gewählt. Der frustrierte schwarze Mann hingegen hat scheinbar gar nicht gewählt. Oder Frauen?
Viele, über 6 Millionen Menschen, dürfen dort sowieso nicht mehr wählen, da sie durch Inhaftierung ihr Wahlrecht verloren haben. Oftmals nur wegen „Bagatelldelikten“ wie Diebstahl, Verkehrsdelikten oder auch herumlungern. Bei wiederholter Straftat kann ein „Mehrfachtäter“ dann aber schnell mal für 25 Jahre eingesperrt werden.

Der Anteil von Farbigen oder Mischlingen, mit lebenslangen Haftstrafen ist in den privatisierten Gefängnissen noch immer extrem hoch, auffallend hoch. Afroamerikaner machen ca. 13 %  der US Bevölkerung aus, davon sind  37% inhaftiert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Ich bin bekanntermaßen ein großer Schelm und denke, Amerika misst und rechnet geradezu mit zweierlei Maß. Nur ein Beispiel, wie die Maschinerie von Rassismus und Klassifizierung der Menschen eine Gesellschaft nach Belieben formt.

Bis vor Kurzem noch standen auf den bloßen Besitz von mehr als fünf Gramm Crack zum Beispiel bis zu 20 Jahre Haft. Der Besitz von teurem Kokain hingegen wird maximal mit einem Jahr Gefängnis bestraft, unabhängig davon, welche Menge die Polizei beim Verurteilten fand.
Eine fragwürdige Drogenpolitik, welche die Drogen der weißen Oberschicht völlig harmlos unter Strafe stellt, im Gegensatz zum, meist von der Unterschicht konsumierten Crack, dass im Grunde genommen allerdings nichts anderes ist als Kokain, mit Natron versetzt.
Kein Land der Welt hat so viele Strafgefangene wie die USA. Wie die Pilze schießen die privaten Gefängnisse aus dem Boden, dazu passende Strafen und Gesetze werden nach Bedarf geschaffen, die Insassen dazu „gefunden“.

Und weil man nicht alle wegsperren kann, sperrt sich der vermögende, bewaffnete Bürger selbst weg. Hinter hohen Zäunen, eigenen Wohnvierteln, Kameras, Security, Privatschulen und Clubs. Die Mittelschicht hält sich zwischen 3 Jobs über Wasser und der stetig wachsende Rest der untersten Schicht, verreckt obdachlos, unbemerkt im Rinnstein.

So war das schon, bevor Donald Trump der Präsident der Vereinigten Staaten wurde und vielleicht wurde er das sogar genau deshalb. Anfangs belacht und völlig unterschätzt, zeigt Trump, wieviel wichtiger Streuung und Präsenz ist, als Inhalt. Ganz bewusst nutzte er im Wahlkampf die Vorhersehbarkeit von Social Media und machte sich insbesondere Twitter zu Nutze. Auch hier, Masse statt Klasse, eine geführte Meinungsbildung, die selbst der politikverdrossenste Laie verstand. Am End war es Rebellion oder Resignation, vielleicht sogar Angst vor Cholera oder es ist schlicht die viel beschriebene Dummheit.

Deshalb unterschätze niemals Dynamisierung und Potenzierung durch die sozialen Medien in ihren Auswirkungen auf gesellschaftliche Meinungsbildung.
Never. Ever.

Fragwürdig und undurchsichtig, ist auch das Wahlsystem bei denen über 2 Millionen Stimmen irgendwie nicht zählen oder wie jetzt?
Ich habe keine Ahnung, wie das Volk dort tickt, ich habe nicht mal eine Ahnung wie das Volk hier tickt.

Hier wird bald ein neuer Bundeskanzler gewählt. Und auch hier setzt eine Partei, die Afd, auf den Wahlkampf im Internet für eine geführte Meinungsbildung die selbst der politikverdros…… letzte Depp versteht.
Wir vergessen wohl völlig, dass Demokratie nichts Gottgegebenes ist, also der Vergleich hinkt jetzt enorm, aber weißt schon wie ich mein…

Wie schnell haste wieder so n Lutscher an der Macht, der mit scharfen Worten Reden schwingt und mit stechendem Blick die Massen zum Gleichschritt bewegt.
Meine Befürchtung bestätigt sich, dass genau das 1!!! Teil der Bevölkerung braucht. Paar of et Maul. Jemanden der ihnen sagt wo es langgeht, dabei ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt und am End die Schuld auf sich nimmt. Natürlich nicht. So n Animateur halt, einfach weil sie ihr Leben nicht in den Griff kriegen. Ohne Krieg. Nicht.
„Und dann kommen die do och noch all zu Fuß übberd Meer, ausm Elend, dem Tod und sind noch immer gut droff. Do stömmt doch wat net, dat is doch all getürkt.“

Lügenfresse. Haltet eure Lügenfresse. Ich kann den braunen Waber nicht nur optisch kaum mehr ertragen.

♦ gehört …

Zum Glück nicht.

Nicht auszudenken, man könnte all das auf Facebook hören, was beim Lesen schon unerträglich ist.
Meinen ersten: „Anzeige ist raus,“ Kommentar für Gutmenschen erhielt ich. Endlich. Leider dann doch nur von einem eindeutigen Fakeprofil, jemand, der sich wahrscheinlich bezahlt, auf der Seite von Elmar Hörig trollt … Mensch hab ich den gern gehört früher. Warst du lustig. Elmi.

Heute ist er dem Teufel hörig und ein ganz böser, gefährlicher, verbitterter Mensch.
Sitzt selbst auf Lanzarote, ist somit selbst Flüchtling, allerdings aus niederen Beweggründen und verbreitet sein Gift und seine Hetze über die asozialen Medien.
Da sitzt er mit warmem Arsch. Auf Lanzarote. Nämlich.
Auf einer meiner liebsten Inseln, wie wütend mich das macht, woaaaah wie wütend …

Hören sie auf damit und gehen Sie da weg. Herr Hörig.

♦ getastet….

Wie mach ich nu die Überleitung zu einem Diy …
Heil…
Heile Welt.
Eine Heile Welt habe ich mir gebastelt und ein trautes Heim und das kann jeder von euch auch.

Eine Einladung von Freunden erforderte eine spontane Diy Idee als Mitbringsel. Beim Einräumen der Spülmaschine fielen mir wieder die schönen Gabeln aus dem alten Haus in die Hände. Wir benutzen sie höchstens um den Nudelgartest zu machen, da ich es hasse mir beim Essen mit einer zu langen Gabel das Zäpfchen zu stimulieren. Ich erwarte schon lange nicht mehr, dass mich jemand versteht… is schon ok.

Schlüsselanhänger selbermachen, aus altem Besteck und mit Schagbuchstaben beschriftet

Im Sommer hängt bei uns oder unseren Freunden immer der Schlüssel draußen an der Tür, da man sich meist im Garten aufhält und das Muster am Gabelgriff passt hervorragend zu einer alten Tür, fand ich.
Man sieht dieses Diy schon seit Jahren in verschiedenen Variationen, somit ist das nichts als geklautes Upcycling und ich verweise hiermit auf die Quelle des riesigen Internets. Somit arbeite ich außerdem gerade einen Punkt meiner endlosen To do Liste ab und wir befinden uns irgendwo im Jahre 2011.
Nur falls jetzt jemand … das ist ja so 2010 gähnt.

Jetzt kommt noch ein Kurzes. „Damals auf dem alten Blog, der mitsamt Inhalt verschwunden ist“ Geheule …

Pflanzenschild Diy, Schlagbuchstaben

Damals schon beschriftete ich Pflanzenschilder aus Metall mit Schlagbuchstaben.

Die Schilder existieren noch immer, die Pflanzen sind mitsamt Reh verschwunden.

Diesmal dachte ich an einen Schlüsselanhänger mit sinnfreiem Spruch und bat den Kerl um einen kleinen Schnitt mit der Flex. Der übrig gebliebene Griff wurde durchbohrt und dann mit den Schlagbuchstaben beschriftet.

Schlüsselanhänger selbermachen, aus altem Besteck und mit Schagbuchstaben beschriftet

Das macht ihr aber nicht auf dem Fußboden, dem Tisch oder Ommas Nachtkästchen, idealerweise habt ihr einen Amboss oder einen Metallklotz als Unterlage.

Klebt eine Führungslinie, legt die Buchstaben einzeln an oder klebt euer Wort mit Klebeband zusammen.

Schlagbuchstaben zum beschriften von Metall für selbstgemachten Schlüsselanhänger aus Besteck

Nun haut ihr mit einem Fäustel, so heißt dieser Hammer da, sagt der Kerl, also. Hammer drauf. Fest. Sehr fest.
Mit einem Edding einfach die Buchstaben nachziehen und mit einem Tuch wieder abwischen und die Vertiefungen werden deutlicher herausgestellt.
Feddisch. Is aber auch Geschmacksache, denn nicht jeder kann mit „Heiler Welt“ etwas anfangen.

♦geschmeckt…

Nachdem mein Kusmi Tee an den Feiertagen zu Ende ging, brauchte ich dringend Nachschub. Aus Paris brachte ich mir einen Vorrat an Veilchen Tee und einem aromatisierten Earl Grey mit Bergamotte mit. Aromatisierte Tees sind eher ungewöhnlich für mich, doch daran habe ich mich fast besoffen.
„The Duke of Grey“ half mir vorübergehend aus der Patsche, völlige Übereinstimmung hingegen gab es nur beim Namen.

Wintergrey on Couch

Nach Bergamotte bin ich jetzt übrigens süchtig und habe mal bewusst hin gerochen.

♦ gerochen …

Wir dachten tatächlich in der letzten Jahresabrechnung schon an teuflische Verschwörung in Sachen Sterberate und witterten Schwefelgeruch.

2015 betrauerten wir schon unsere Helden aber 2016 haute uns erst mal so richtig in die Fresse und machte deutlich, wen wir bewunderten. „Es“ nahm mir meine Vorbilder der Jugend, Menschen, denen ich gerne zuhörte, die mich beeinflussten, inspirierten, in Wort, in Bild, in Ton. Wir vergessen dabei gerne mal, dass nicht jeder unsterblich ist, wie Keith Richards.

Eine kurze Schweigeminute für die, die mir spontan einfallen.
Prince, David Bowie, Götz George,  Leonard Cohen, Roger Willemsen, Bud Spencer, Manfred Krug, Fidel Castro, Gene Wilder, Muhammad Ali, Carrie Fisher, Erika Berger, Peter Behrens, Roger Cicero, Genscher, Guido Westerwelle, Peter Lustig, Zsa Zsa Gabor, George Michael…
und viel zu viele, gern gesehene, bekannte Gesichter, zu denen ich nie einen Namen hatte.
Und die viel zu vielen ungesehenen, unbekannten Gesichter, deren Namen ich nie erfahren werde.

Sind ebenfalls gestorben.
In Kriegen, auf der Flucht, auf den Meeren.
Durch Hass und wegen Gier und manchmal einfach so.

Nebenan. Unbemerkt.

Nüchtern betrachtet eine nur logische Schlussfolgerung, denn eine gute Band braucht eben ein großes Publikum und die diesjährig zusammengemordete ist ne rischtisch gute Band und das Musik Video wird sicher großartig.

Deshalb und in diesem Sinne…
Gebt schön auf euch acht.
Ein frohes neues Jahr wünsche ich, schaut zuversichtlich in 2017 und kehrt dem alten Jahr vergebend den Rücken. Bleibt tolerant, friedlich und neugierig. Bleibt laut, habt Meinung und hinterfragt stetig.

Aber vor allem, geht Achtsam mit eurem Körper und eurem Geist um. Mit euch selbst, wenn es das noch gibt.
Es hofft, die Alex

8 Kommentare zu “Von Sinnen, Jahresabrechnung

  1. Das mit der Vergebung, daran knabbere ich noch. In keinem Jahr fiel mir das so schwer. All den Mördern, Folterern, den Lügenfressen, den absichtlich Dummen, den Drogen, den Unmenschlichen und dem Krebs… wie vergibt man denen? Wie kann man sie als menschlich ansehen? (Dass ich das nicht tue, wurde mir schwer angekreidet dieses Jahr, weil ja alles menschlich ist und nur der kritisieren darf, der selbst ohne jeden Makel ist). Kürzlich hat mir jemand den klugen Spruch auf einer Karte geschenkt: „Zu hassen ist so, als würde man Gift trinken und dabei hoffen, dass der andere daran stirbt.“ Joh. Dabei hasse ich gar nicht, ich will nur, dass sie die Fresse halten und weggehen. Ein trautes Heim und eine private heile Welt ist da durchaus und immer mehr wichtig – ob nun grau oder bunt. Weil all die Kackfressen da zumindest nicht reinkommen, wenn sie schon nicht still sind und weggehen.

    Herzlich, Katja

    • Das ist auch nicht einfach und natürlich kann ich das auch nicht, immer und bedingungslos, doch habe ich habe es versucht zu versuchen. 🙂 Nur kritisieren wenn man makellos ist und nur eine Meinung formulieren, die Felsen fest steht … joh… da fordern wohl unfehlbare Herrenmenschen, denn idealerweise rückt man auch mal von einer Meinung ab und hat selbst Fehler und Erfahrungen gemacht. Diese Erkenntnisse zu verwerten und mit der Zeit daran zu wachsen, nenne ich Leben.

      Mit dem Gift… naja… ein sehr alter Spruch ist auch:“Die Dosis macht das Gift.“ .-) Ich sag auch mal zum Kerl, dafür hasse ich dich, gerade.:-) Wer zu starkem Empfinden fähig ist, hasst natürlich auch. Schwierig is, wenn der Hass bleit und frisst.

      Ich schick ihn dann irgendwann weg, den Hass und es bleibt nichts mehr. Kein Gefühl, damit arbeitet sich dann natürlich am besten, in bestimmten Bereichen bin ich dann mein eigener Bot :-). Also wegschicken. Weg von der Seele aber nicht aus dem Kopf. Also dem anderen Kopf, nicht den den man sich macht, den mit dem man „macht“.
      Bei dir mach ich mir da allerdings überhaupt keine Gedanken um nichts, liebe Katja. 🙂 Zu allerletzt um dein trautes Heim.

      Sei lieb gegrüßt, Alex

  2. DAS ist ein verdammt guter Text!

    Amen.
    Möge die Macht mit Dir sein.
    Na Sdorowje!

  3. Jahresabschluss auf höchstem Niveau .. für’s Hirn, Herz und die Seele. Du sprichst mir aus dem Herzen und die ungeschönte, weil reele Wahrheit. Nachdenken, hinterfragen, Mitgefühl haben. Niemandem und nichts einfach blind wie Lemminge folgen. Wird sich etwas ändern, wenn man immer nur darauf wartet, dass jemand anders schon damit anfängt oder die Verantwortung übernimmt?! Traurige Welt .. aber auch mit ganz viel Schönem – und besonderen Menschen – wie die Alex :* – die bewegen, mitreißen, animieren und die oft falsch verstandene Achtsamkeit ins Leben zurück bringen. Danke, für alle deine Worte und Ideen! Auf ein besonderes 2017!

    • Ach Liebsche, danke dir♥ irgendwann muss sich doch ma wat ännere 🙂 Ich meine auch es wäre mal wieder Zeit für ein besonderes Jahr. Kusskuss.

  4. Ich komme auf Empfehlung von Souhela und bin darüber sehr froh – denn ich suche immer nach Stimmen im Netz, die Stellung beziehen und Tacheles reden. Besonders von Frauen, schlimm genug, dass ich das immer noch extra betonen muss. Wird ja aber hoffentlich irgendwann auch mal anders sein. Danke dafür, dass du jetzt schon so bist, ich schau dann mal regelmäßig rein 🙂 Liebe Grüße! Kea

    • Hallo Kea, gerne, ich freu mich hier immer über Besuch. Die liebe Souhela. 🙂
      Ja manchmal muss die Stimme raus, gefällt nicht immer jedem aber dafür bin ich auch nicht zuständig.
      Ich glaube ja, es liegt gar nicht am Frau sein sondern am Desinteresse und einfach daran, dass es nicht der einfachste Weg ist, einfacher ist es ´die wenige Zeit darauf zu konzentrieren zu gefallen, Das kann ich nicht verurteilen, denn man muss Prioritäten setzen, die ändern sich im Leben. Oft. 🙂 Das ist gut so.
      Der Alltag verhindert häufig, kleine Revolutionen starten und oft auch nichts zu Ende denken.
      Dann kommt der Punkt im Leben, da muss man sich entscheiden, kontrollieren in welchem System man mitläuft und wieder nach seinen Wurzeln suchen. Und dann kann man wieder gucken und hat Stimme.

      Ich glaub eher wir sind einfach Feige; erschöpft oder Faul, selten schüchtern aus weiblichkeit.:-)
      Liebe Grüße zu dir, bis bald. Alex

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