Der Friedhof von Montmartre, das Paris der Katzen

Der Friedhof von Montmartre, das Paris der Katzen.

Ein Reisebericht

„Einen Reisebericht schreiben, na du bist lustig, wie schreibt man denn einen Reisebericht?“ Frau Monk reagierte etwas ungehalten auf den Vorschlag, einen Reisebericht über den Kurztrip nach Paris zu veröffentlichen. Fast schon panisch, denn wie sollte sie das ganze gliedern, wo und wann die ergänzenden Informationen sammeln und all die Fotos …über 500 Fotos, wollten gesichtet, ausgewählt und da wir sie nicht bearbeiten können, irgendwie schön geredet werden… Schweiß sammelte sich über ihrer Oberlippe, die Pupillen sprangen hektisch von links nach rechts, auf der Haut bildeten sich rote Flecke. Und überhaupt, wo fängt wer denn da bitte an?

„Vielleicht am Anfang?“ Das Hippiemädchen wagte einen zarten Einwand
Am Anfang…
Frau Monk merkte an, dann gäbe es keinerlei Spielraum mehr in der chronologischen Abfolge und der Blog würde sich unabwendbar in naher Zukunft zum Schön-Paris Blog wandeln.
„Paris is aber och schön“,  selbst die holde Gärtnerin konnte sich begeistern.
Obwohl wir einiges von unserer Liste streichen mussten, war für jeden etwas dabei. Vor 20 Jahren konnte ich Paris noch in ganz anderen Dimensionen erkunden. Zu Fuß, mit viel Elan war zwischen den „Must see“ noch immer Zeit für shoppen, Party und Trödelmärkte.  Dieses Mal eher nicht. Mittlerweile brauche ich 3 Mahlzeiten im sitzen, kleine Pausen und Zeit zur Orientierung. Warum soll ich auch meine Zeit in Shops verbringen um überstürzt Dinge zu kaufen die ich heute auch online mit Bedacht aussuchen kann. Früher war das etwas anders, da gab es länderspezifische Produkte, gerade auf Märkten, da verfiel ich dem Shoppingwahn im Urlaub schneller.
Natürlich haben wir trotzdem geshoppt, ausschließlich Dinge die wir eh brauchen. Versteht sich. Blumige Kusmi Tees zum Beispiel und bunte handgenähte second hand Kleider, von denen keines passt, doch die Stoffe und die dazugehörigen Geschichten in meinem Kopf sind einfach zu schön…

„Siehste, sie schwafelt, das rafft wieder kein Mensch“ Frau Monk wies mich zurecht und ich fang jetzt einfach mal am Ende an.
Am Ende…
Ja genau. Kann ich doch.

Es war Sonntag morgen und wir waren auf dem Weg zum Parkhaus. Dort parkte unser Auto seit unserer Ankunft am Donnerstag, den Platz hat der Kerl schon vorab von Deutschland übers Internet gebucht und bezahlt. Eine schlaue Strategie vom Kerl und durchaus nachahmenswert. Das willst du nämlich nicht, Parkplatz suchen in Paris, Autofahren in Paris, dem sich noch immer im Ausnahmezustand befindenden Paris, das willst du nicht. Deshalb bezahlste eben 50€, nur um dein Auto zu parken.
Vorher stellst du dich entspannt wie die Pariser kurz ins Halteverbot und checkst im Hotel ein.
Merkste? Reisetipp. Nr.1 war das.

Und Reisetipp Nr.2 folgt so gleich und Frau Monks Gesichtszüge entspannen sich merklich.
Für deine Erkundungstouren besorgst du dir in der Metro ein übertragbares 10er Billet, für 14,50, damit kamen wir die 4 Tage gut zurecht. Wiiir latschen uns aber auch gerne mal die Füße wund, die Knöchel dick und die Knie heiß.

Wir wohnten mitten in Montmartre, unterhalb der Sacre Coeur, im 18. Arrondissement, etwas erhöht und somit geht der Rückweg logischerweise bergauf.
Kannst du morgens noch, salopp aus dem Hotel den Berg hinab schlendern und dich ziellos treiben lassen, so ist das am Abend anders. Ganz anders, wenn deine Füße bluten und der Berg dich anschreit, während dein Magen schluchzt, also befolge meinen Reisetipp Nr.3.
Rückwege fahrend zurücklegen.

Das Viertel hat allgemein Interessantes zu bieten, doch der Weg zu unserem Parkhaus über die Brücke der Rue Coulaincourt, hält etwas ganz besonderes bereit.

Blick von Brücke Rue Coulaincourt auf Friedhof Montmartre

Unmittelbar unter der Brücke liegt der nördliche Teil des ältesten Friedhof von Paris.

Blick von Brücke Rue Coulaincourt auf Friedhof daruter

Der Friedhof von Montmartre, wurde 1825 in einem Gipssteinbruch angelegt.

Alexandre Dumas und Heinrich Heine, sind unter anderem hier begraben, unter all den anderen 20000.

Friedhof Paris detail

Die volle Größe erschloss sich mir nicht, da ich nur einen kleinen Teil besichtigte, doch selbst hier kann man viele Stunden alleine zubringen und oder aber auch, interessante Bekanntschaften machen.

friedhofskatzen in Paris

Während ich versuchte die Stimmung  einzufangen, die über dem kleinen Teil des Nordfriedhofs lag, schmuggelten sich immer mehr Katzen ins Bild. Farblich abgestimmt, ganz so wie wir es mögen.

Schwarze Katze und altes Tor, Friedhof Montmartre Paris

Wunderschöne, starke Katzenköpfe,

Schwarze Katze auf den Gräbern von Montmartre Paris

bestzen ihre Reviere.

Gepflegt.

katze-auf-grabstein-montmartre

Neugierig.

Katze Freidhof

Zutraulich.

schmusekatze-montmartre

 

Selbstbewußt.

Katze auf Grabstein Freidhof Montmartre Paris

Wohlgenährt.

katze-auf-grabstein-montmartre-paris

Ich hörte ein metallenes klackern und machte einen großen Schritt über die alten Steinstufen der Gräber,

katze friedhof montmartre

flüsterte „Pardon, Madame,“

Friedhof Paris im Herbst

folgte ihrem Blick und

pariser freidhof

sah plötzlich in ein lachendes Gesicht.

Katzenfütterung Paris freiwilliger Helfer

The Cat Cook of Montmartre, wie er sich selbst lachend nannte, füllte Katzenfutter in Schüsseln um die ungefähr 70, 17 oder waren es doch 170?… Katzen zu versorgen. Wir unterhielten uns nur kurz, ich dankte ihm und lobte sein Engagement, doch leider stellte ich all die Fragen, die ich ihm stellen wollte nicht, da ich schon am Morgen unter einem Migräne Quickie und unter Wortfindungsstörungen litt, fasste ich mich ungewohnt kurz.

Friedhofstimmung Paris

Ansonsten kam mir die Stimmung auf dem Friedhof gerade recht, diese ruhige, farbneutrale, morbide Schönheit zog mich regelrecht in den Bann.

morbide Schönheit, Grabschmuck, Paris

Frau Monk nickt und empfiehlt als Reisetipp Nr.4, über die Metrostation Blanche mit der Linie 2 anzurollen. Außerdem rät sie, etwas Zeit mitzubringen um sich von der Atmosphäre tragen zu lassen.

friedhofstimmung-paris-herbst

Die Herbstsonne bahnt sich ihren Weg durch die Gräberschluchten,

12-uhr-mittags-katzen-in-paris

bricht in den Glasfenstern, und erzeugt eine fast unwirkliche Stimmung.

LichtspieleMontmartre Gräber an der Wand,

Zaubert die Motive der Fenster als Lichtspiel an die Wand und deckt anderswo versteckte Schönheit auf.

details Friedhof, Glasfester Gruft

Hier ist keinesfalls der Hund begraben.
Daher mein gratis Reisetipp Nr.5, besucht diesen Friedhof mit wachem Geist und offenen Augen. Oder besucht irgendeinen anderen Friedhof, auch Pere la Chaise, der Jim Morrison begräbt, hat einen ganz eigenen Charme. Orientiert euch immer am Eingang an der Karte, und lauft nicht wie ich, planlos umher, dann habt ihr mehr davon.
Obwohl, hätte ich dann den netten Katzenfütterer kennengelernt?
Eben.

In dieser Stimmung haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, da erwartete uns die Omakatze schon sehnsüchtig.

Mögt ihr Reiseberichte? Katzen? Friedhöfe? Paris?

Wollt ihr noch mehr lesen, über meine“Must Sees“, meine Art Städte günstig zu bereisen und was ist eigentlich aus diesen Kleidern geworden?

Ich würde es euch erzählen, sagt die Alex

 

10 Kommentare

  1. jetzt habe ich doch leise in mich reingrinsen, schmunzeln, lachen müssen. das erste was uns die alex von paris zeigt, ist der friedhof ;). den will die möpp, stunden vor ihrer op, bestimmt wirklich nicht sehen. nomen est omen? wir hoffen doch die augenop gut zu überstehen. aber sonst sind die bilder wirklich herrlich. da hast du die stimmung gut eingefangen, und dass sich farblich abgestimmt immer die richtige katze findet…, die sind doch von dir bezahlt ;). die sitzen da doch nicht und warten dass die alex mit der fotoknipse kommt. und logisch wollen wir jetzt auch die anderen 487 fotos aus paris sehen. sichte also ruhig weiter und poste. liebe grüße vonne couch, sabine&paula

    1. Ooh der arme Möpp, wir drücken von hier aus Daumen und Pfoten. Die Katzen; das wäre ihr dann sicher auch zu viel. 🙂 Die Katzen sitzen da echt genauso rum, ich hat so n Spaß, guck in so ne Gruft, guckt mich die beige Katze an, ich hab bestimmt genauso geguckt. 🙂 liebe Grüße von Couch zu Couch. Alex

    1. Sollst du haben, wenn ich deine Leser Wünsche nicht erfülle… 🙂 Noch mehr Katzenfotos, kein Problem, alles da. Die inkontinente Omakatze hier sieht übrigens so verroppt aus wie man das eigentlich von den Friedhofskatzen erwartet, aber die waren ja wie gekämmt, die wissen das wohl auch mit dem Internet. 🙂 L:.g alex

  2. Absolut tolle Fotos mit viel Athmosphäre und mit Katzenfotos hat man mich sowieso sofort.
    Ich hatte mir deine letzten Blogposts eigentlich schon alle direkt nach Veröffentlichung angeschaut, fühle mich allerdings augenblicklich kaum in der Lage irgendwo zu kommentieren. Seit Trump gewählt wurde schwebe ich in irgendeinem Wachkomazustand. Jeden morgen wach ich auf und kanns nicht glauben und lese auch jeden Tag wieder neue Horrormeldungen zu diesem „Mensch“ (kann man ihn überhaupt so nennen?) Und habe irgendwie das machtlose Gefühl das jetzt ALLES möglich ist 🙁
    OK um wieder auf deinen Blog zurückzukommen, da sich gerade wieder 2 wirklich liebe Bloggerinnen verabschiedet haben, auch aufgrund von dem Gefühl das die Kommentare, wenn überhaupt welche kommen, von belangloser Natur sind, teilweise sogar copy/paste, möchte ich dir nochmal sagen wie gerne ich deinen Blog lese, auch wenn ich nicht immer schaffe etwas zu kommentieren und meine Kommentare vielleicht auch nicht immer so tiefgründig sind.
    Liebe Grüsse Martina

    1. Vielen Dank liebe Martina. 🙂 Ich kommentiere ja immer viel und ausführlich. Ich habe das allerdings auch eingestellt, denn meist bekommt man keine Antwort und man kommt sich auch blöd vor. Untereinander ist nochmal anders, eine Verbindung hat gerade noch ausgereicht um deinen suuper Mantel zu bewundern aber zum kommentieren schon nicht mehr. 🙂 Deshalb wähle ich noch mehr aus. 🙂
      Bei den Blogs wird nur noch konsumiert habe ich das Gefühl; nicht mal mehr ein Feedback gibts. Bei einer Zeitung bekundet man sein Gefallen durch den Bezahlvorgang, den Kauf, der Blogger braucht das nicht, der machts ja eh. Ich habe das auch bei sehr erfolgreichen Blogs gelesen, die Kommentare sinken mit steigender Leserzahl. Dabei ist das für mich ein Areiz.Selbst ein Facebooklike; zur Streuung ist nicht drin.:-)

      Deshalb hat sich mein Blog Verhalten auch geändert und schreibe nicht mehr für den Moment. Wenn ich also morgen Bock hab Ostereier zu bemalen statt Advent, dann mach ich das. Die Leser kommen dann eben im April und haben genau danach gesucht. 🙂 Ich machs also wie Trump. Nur wie ich will, denn es ist alles möglich. Daher wird sich nochmal was ändern hier im Theme und im Konzept. 🙂

      Das beunruhigt mich allerdings auch, dass ein Grusel Clown am mächtigen Hebel sitzt, doch ich versuch mich ganz auf meine kleinen eigenen Dämonen zu konzentrieren. Und nu guck ich nochmal was aus deinem Mantel geworden ist. 🙂 Liebe grüße und danke für den lieben und tiefgründigen Kommentar. ♥☺ Alex

      1. Ja mache ich ja auch mittlerweile so, ich blogge hauptsächlich für mich als Tagebuch und auch wann und über was ich gerade Lust habe. Ich glaube Instagram Herzchen verteilen ist das höchste was die Leute noch schaffen.
        Ich ziehe mich augenblicklich sogar aus meinem privaten Facebook zurück, da selbst meine „Freunde“ nicht mehr kommentieren. Wir haben jetzt in einer privaten Gruppe ein halbes Jahr gebraucht um uns über ein gemeinsames Geburtstagsgeschenk zu einigen….weil sich einfach die Hälfte der Zeit niemand äussert 🙁
        Ich weiss ja das mein Blog eigentlich nicht so das ist was dich grundsätzlich interessiert, daher hab ich kein Problem damit wenn du mein Genähsel nicht kommentierst 🙂 Ich hoffe, wenn das Wetter besser wird und die Sonne mal scheint, auch wieder mal was aus der Wohnung zu posten. Und in Feiertagsdeko bin ich ja auch leider nicht so gross, da ich diese Tage ja immer weniger „feiere“ Am Sonntag sind die Design Classics in Düsseldorf, tolle Veranstalltung übrigens, vielleicht mach ich ja dort Beute die sich zu posten lohnt.
        Liebe Grüsse Martina

        1. Haha, ganz falsch. Nähen war eine meiner ganz frühen Leidenschaften. Mit 12 hab ich eine Maschine zu Weihnachten bekommn und Kostüme fürs tanzen und so selbst genäht. Mit Kenntnissen aus der Schule aber es hat zusammengehalten. Dann immer nur kaputte. Nu steht wieder ne Nähmaschine in den Startlöchern und wartet, dass ich sie abholen komm. So ne alte, die ich schon kenne. CheVin sei Dank. Du hast so schöne Schnitte immer; und ich kommentier nicht weil ich überhaupt keine Ahnung hab außer-OOOOH schön:.-) soo is dat nämlich. Uuund von deinen verrückten Leidenschaften ganz zu schweigen; da guck ich gern mit. 🙂 L:G alex

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