michael brück somnity

Alex lädt ein

Es gibt diese Tatsachen im Leben, da beschäftigen wir uns nur ungern mit, am besten gar nicht. Der Tod ist sowas, Testament, Organspende und all das. Dafür haben wir noch Zeit. Viel Zeit.
Und dann holt dich doch die Realität, die Vergangenheit ein, wie ich solche Momente hasse. Du checkst morgens deine Emails, schaust nochmal kurz bei Facebook und fühlst dich plötzlich als hätte dir jemand mit voller Wucht ein Brett vor den Kopf geschlagen. Du siehst deine verstorbene Schwester auf dem Bildschirm, wenn s ganz schlecht läuft wird dir auch die tote Mutter als Freundin vorgeschlagen.
Da machste nix, auf die Passwörter und Zugangsdaten hat niemand Zugriff. Niemand kann deine geschäftlichen und privaten Webseiten, deine online Zugänge oder die 763 Social Media Accounts, nach deinem Ableben einsehen.

Dieses Problem wird immer häufiger auftreten, in diesen multimedialen Zeiten werden zukünftig all die seelenlosen Accounts wie Geisterschiffe auf dem Social Media Sumpf Meer herumtreiben. Und all diese Bloggerinnen… Was wird aus uns?
Ich kenn da jemanden, der kümmert sich jetzt darum, um uns.

Michael Brück von Somnity, Datensafe post Mortem.

michael brück somnity

Den hab ich mal gefragt

Alex: Michael, was machst du denn da genau und was hast du dir überhaupt dabei gedacht?

Michael Brück: Hi Alex, was machen wir, das ist ne gute Frage! 🙂 Als allererstes, machen wir uns Gedanken über unsere Mitmenschen, die sich kaum damit beschäftigen, welchen Wust an Daten Sie Ihren lieben hinterlassen und zu welchem Chaos das oft führt. Es geht nicht nur darum seine Social Media Accounts zu löschen, oder die Bilder zu sichern, sondern auch um Online Abos, oder bezahlte Dienste, die weiterlaufen und dann zu großen Mahngebühren führen. Der Account Inhaber bekommt diese zuerst per eMail, was natürlich niemand mitbekommt, erst wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, Monate später. Oft wissen die Hinterbliebenen gar nicht von allen Aktivitäten im Netz.
Nimm Dich als Beispiel, kennt Dein Herzblatt alle Accounts/ Konten/ Abos/ Zugänge die du so benutzt? Und dann soll er sich im Trauerfall darüber Gedanken machen? Eine schreckliche Vorstellung.

Alex: Nää,näää, die kennt er nicht. Ich selbst kenne mich in meinem Wust kaum mehr aus, das kannste och keinem zumuten.
Allein der Gedanke daran streßt mich, ich hasse auch so Formulare, Banken- und Behördenkram… schüttel… Im Trauerfall könnt ich ma grad gar nix regeln.

Michael Brück: Bei Somnity kannst du das alles schon zu Lebzeiten regeln und hinterlegen. Im Gegensatz zu anderen braucht man hier keine dritte Person, die einem hilft. Ein paar Geheimnisse soll ja auch jeder haben 😉 Der nächste Gedanke war, wie verschlüsseln wir alles, damit niemand rankommt? Der Unterschied ist der, dass wir die Daten auf DEINEM Rechner verschlüsseln, bevor diese hoch geladen werden auf unseren gesicherten Server. Andere Anbieter machen das über den Browser, was ich persönlich als potentielle Gefahrenquelle einstufe.

Zudem hat jeder der einen Safe bucht die Möglichkeit sein Zertifikat, das zum Entschlüsseln gebraucht wird anzufordern. Damit hat derjenige alles in der Hand.

Alex: Das hört sich nach nem guten Plan an. Sehr vernünftig und praktisch, das wäre auch ein schönes Weihnachtsgeschenk… Keeeeerrrrlll?
Ich bin da nicht so schnell beleidigt, mir kann man auch gerne vernünftig und praktisch eine Küchenmaschine schenken, so ne Kitchen Aid, da wäre mir sogar die Farbe egal, da pass ich die Einrichtung an, da bin ich flexibel, da bin ich nicht so. Kann man machen. Natürlich würdest du deiner Frau so n Datensafe post mortem schenken aber mit welchen Worten macht man sowas bitte am besten?
„Schau mal Darling, ich hab mir schon mal ein paar Gedanken gemacht, für die Zeit nach deinem Tod.“
Eher nicht.

Michael Brück: Puh, da erwischst mich aber echt EISKALT. Ob ich den Safe verschenken würde an meine Lokalregierung?
Ja, mit den Worten: “Kuck mal Schatz, wenn Dir was passieren sollte, möchte ich mich ja rührend um Dein Pferd kümmern und muss dazu wissen, wo alles ist.“
Denke, damit bekomme ich die überzeugt davon! *lacht* Im Ernst, wir haben viele Paare und Geschäftsleute die sich damit gegenseitig absichern wollen, falls der Fall der Fälle eintritt. In den meisten Haushalten ist es so, dass sich einer der Partner um alles kümmert und der andere oft nicht mal weiß, wo sich der Ordner mit den Versicherungspapieren vom Auto befindet. In unserem Datensafe ist es möglich auch Nachrichten an einzelne Personen zu hinterlegen, damit diese bestimmte Dinge regeln können.

Alex:
Aaaaha… ok. Wo wir gerade über Hengste sprechen. Also angenommen, nur hypothetisch, ich hätte neben dem Kerl nochn Typ. Also nur gesetzt den Fall, wenn, eventuell, so in der Phantasie geht alles mäßig. Könnte ich dann dem Typ und dem Kerl gar unterschiedliche Zugänge zu meinem Digitalen Erbe ermöglichen? Nicht auszudenken, der Kerl sähe irgendwann die Porno Urlaubsbilder mit dem Typ und umgekehrt. Falls. Wenn. Sag, geht das? Kann ich verschiedenen Menschen, unterschiedliches Digitales Zeuch vererben?

Michael Brück:
Wie ich oben schon angerissen habe, ist es möglich verschiedenen Personen, auch verschiedene Sachen zu hinterlassen. Wir haben derzeit noch die rechtliche Grauzone, dass das digitale Erbe nicht wirklich gesetzlich geregelt ist. Normalerweise gehören diese Dinge auch den gesetzlichen Erben zuerkannt. Wenn Du mir aber eine Botschaft hinterlassen willst, dass wir uns um irgendwas bestimmtes kümmern sollen, dann werden wir dem Wunsch nachgehen. So lange wir uns rechtlich im grünen Bereich befinden *zwinker*

Alex: Wir müssen reden, ich seh schon. Packt ihr auch zum Geschenk ein?

Michael Brück: Worauf hab ich mich hier denn eingelassen? 😉 Du meinst die Daten? Die kommen in unserem schicken Design daher. Wir haben da wirklich an eine kleine, edle Holzkiste gedacht.

Alex: Eingelassen… das sind die bedeutenden Fragen des Lebens oder in dem Fall eher nicht, die hier auf dem Blog kritisch hinterfragt werden. Holz wäre gut, denn man könnte es auch hervorragend schön, schwarz anmalen, um wenigstens farblich im Thema zu bleiben.
Un jetz ma unner uns, wie safe ist Somnity?

Michael Brück:
SEHR sicher, bis unknackbar! Wir nutzen eine asynchrone AES-265bit Verschlüsselung und schieben die Daten dann, wenn die hoch geladen sind, auf einen Rechner, der NICHT aus dem Internet erreichbar ist. Damit wirklich keiner dran kommt! Da der Upload ebenfalls getunnelt und verschlüsselt ist, müsste jemand EXAKT zu dem Zeitpunkt, Deinen Rechner hacken/ die Daten mitlesen und selbst dann hat er nur ein verschlüsseltes Chaos, mit dem er nichts anfangen kann.

Alex: Bitte. Erklärs mir als wäre ich 4 Jahre alt.

Michael Brück: Stell Dir vor, Du hast zu Deinem Barbie Strand Haus 2 Schlüssel. Mit dem einen kannst Du Ken nur einsperren, also das Haus verschliessen und mit dem anderen wieder öffnen. Selbst wenn Dir jemand den ersten Schlüssel klaut, kommt er nicht an Ken ran. Dazu braucht man den zweiten Schlüssel. Außerdem haben wir um das Haus einen Graben gezogen, mit brennender Lava und Ungeheuer drinnen. Die Zugbrücke ist oben und da wohnt ein böser Gremlin, der alle verscheucht, die versuchen über die Mauer zu klettern. So gut?

Alex: Die Vorstellung vom schmierigen Ken in diesem Strand Haus und ich allein hab die Schlüssel, verschafft mir zudem eine gewisse Befriedigung. Ich könnte Ken sogar in den brennenden Graben schubsen, wenn ich das recht versteh, denn ich hab die Macht. Un wat kost der Spaß?

Michael Brück: Ab 2,90€ im Monat geht s los. Dann hat man immerhin schon 5GB Speicherplatz, auf dem man seine Daten hinterlegen kann. Den Passwortmanager gibt s in jedem Paket gratis dazu! Der Clou an der Sache ist, dass Du nur 7 Jahre zahlen musst und alle Updates bis zum Lebensende erhältst. Wir wollen auch die jungen Kunden ansprechen damit. Denn wer ist schon bereit 50Jahre lang für eine Software zu bezahlen?

Alex: Ach geh, das ist ja mal richtig zu Ende gedacht, das gefällt auch der Frau Monk.

Michael, ich glaube da habt ihr der Menschheit einen wunderbaren Dienst erwiesen. Jetzt ma ohne Scheiß.

Wie wichtig die frühzeitige Nachlassregelung und Verwaltung heutzutage ist und wie völlig anders als noch vor 20 Jahren, das habt ihr mir mit Somnity
erst aufgezeigt. Das hatte ich nicht auf dem Schirm.

Und das geht ja nun mal uns alle an, früher oder später.

Danke dir, sagt die Alex

 

6 Kommentare zu “Alex lädt ein

  1. Vielen Dank für das angenehme und sehr lustige Interview. Zeigt, dass man das Thema durchaus auch mal von der humorvollen Seite angehen kann! 🙂

    • Gerne.:-) Dank zurück. Naja ist und bleibt ja nun mal ein Scheiß Thema, das ist Fakt. Deshalb brauchen wir darüber net reden wie traurig es is, da müssen wir es uns so angenehm wie möglich machen. Wie im Leben eben. :-). Liebe Grüße zu dir, Alex

  2. Gutes Interview!
    Witzig und interessant dazu! 🙂

    Wandelt sich da jemand vom reinen Bloggertum etwas noch dem Journalismus zu?

    Bei meiner Datenschutzaffinität komme ich vielleicht echt noch auf Somnity zurück.
    Schonmal besten Dank an euch, dass ihr das Thema mal aufgegriffen habt!

  3. Lady Susan T.

    Interessantes Thema, besonders für Blogger. Ich gebe zu, mich damit nur sehr kurz befasst zu haben, bisher…. wobei mir einfällt, bei FB kannst Du in Deinen Einstellungen selbst jemanden bestimmen, der nach Deinem Ableben über Deinen Account dort entscheiden darf.
    Doch bei kostenpflichtigen Abos sollte ich wirklich nochmal mit Herrn T. Besprechen wie wir das Handhaben wollen. Er ist in solchen Dingen zum Glück der Monk in unserer Familie und sehr ordnungsliebend. Im Gegensatz zu mir…. ich muss wohl mal meinen eigenen Datenfingerabdruck überprüfen….
    Ganz viele liebe Grüße Sanne

    • Ja, das finde ich auch. Gar nicht mal für Blogger nur, sondern auch wirklich für den alltäglichen Wahnsinn auch wenn es nur n Fernsehabo is. Ich hab da vorher nicht drübber nachgedacht. Gar nicht. Das sollte man aufjedenfall absprechen allerdings finde ich kann das auch nur klappen wenn es was kostet. Werbefinanzierend wäre nicht möglich, dann ist Schluß mit Datensicherheit. 🙂 Liebe Grüße, Alex

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