I never promised you a Rosegarden …

Deutschland ist gespalten. In allen Fragen, vor allem, aber und auch, in Sachen Wetter.
Entweder wohnt man in dem Teil Deutschlands in dem man morgens schon nacktbeinig, wohlgebräunt seinen Teller mit Superfoods posten kann oder man trägt ununterbrochen Gummistiefel an weißfleischigem, Rest Bein.
Zugegeben, zwischendurch wird unser wasserleichenfarbener Körper erwärmt. Kurz und heftig, die Regentropfen im Gesicht noch nicht abgetrocknet, verbrennt die Sonne dir in ihrer kurzen Anwesenheit die Fresse. So schnell kannste gar net cremen.

Die holde Gärtnerin ist ebenfalls gespalten. Von der Gemüseernte einerseits begeistert, vom Blumengarten eher enttäuscht. Sobald die Rosen zur vollen Blüte erblühen, kommt ein Regenschauer und prasselt alles nieder. In den trockenen Momenten werden natürlich immer mal wieder Fotos geschossen, damit sie auf der Speicherkarte verschwinden können oder auf keinen Fall gezeigt werden.

Früher, war ich überhaupt kein Rosen Fan, sondern mochte Nigella, Sonnenblumen, Kugeldisteln, Wald und Wiesenzeuchs eben. Ich fragte mich, wieso die Rose sich mit ihren Stacheln schützt, was hat sie denn schon zu bieten außer Schönheit?
Doch, doch sie hat ne Menge mehr zu bieten und doch, doch, es sind Stacheln, keine Dornen. Bei einer Rose ist der Stachel leicht abzustreifen von der Oberfläche des Stiels. Dornen sitzen tief, wachsen von innen heraus, wie beim Kaktus, als die holde Gärtnerin noch Floristin war, streifte sie verdammt viele Stacheln ab.

Im Garten gibt es einige Rosen, denn mittlerweile ist eine große Rosenliebe entstanden. Schuld ist diese unbekannte Schönheit mit riesen Köpfen, sogar schon in der Knospe.

alte Rosensorte unbekannt, rot

In unserem alten Haus hat sie uns mit ihrem Duft geradezu betört. Ohne Scheiß, keine der Rosen die ich euch gleich zeige riecht und schmeckt so intensiv wie diese, nicht mal im Ansatz. Nichts riecht so wie sie. Überhauptgarnichts.
Ein unbeschreiblicher Duft, müsste ich dann doch, ich würde sagen wie Rosen Brause. So, säuerlich, sparkling, rosig, so. Weißte?
Egal, die haben wir ausgegraben und hier darf sie nun im Rosengnadenhof leben und vereinzelt Blüten bilden und uns beglücken.
Sie wird uns keine Rosen-Sektmarmelade mehr schenken, wie damals und auch keinen Rosensirup oder Likör, denn sie ist eine alte Rosendame.

Dafür ist die Baronesse zum Beispiel auch überhaupt nicht geeignet.

Rose Baronesse, Beetrose inpink

Sie ist wunderschön in der Blüte, doch ihr Duft ist ganz zart, wie ein Seidenrock der auf einem Stück Rosenseife lag und zart im Sommerwind… so. Mehr nur ein Hauch.

Im Abendlicht, scheint die zweite Blütentracht mehr rosa und noch plüschiger.

Rose Baronesse , pinke Beetrosen

Die Köpfe fast zu schwer für die zarten Stiele und nach jedem Regen steigt meine Angst wieder Verluste zu vermelden. Aber schaut, wie sie sich öffnet, wie kleine Pompons in pink.

Ähnlich in der Farbe, doch ganz anders in der Blütenform und viel intensiver im Duft, die Rose Victoria Reine.  Eigentlich hat die Rose einen hellen Farbverlauf, der wahrscheinlich nur bei viel Sonne entsteht.

Rose Reine Victoria

Auf keinen Fall habe ich diese rote Rose gepflanzt. Eine kleinblütige, garkselige, nicht oder sogar schlecht riechende, rot-pinke, rostanfällige Rose.

unbekannte Rose, rot

Ich habe eine starkduftende, mit orangen Farbverlauf, wurzelnackt gesetzt, neben die apricotfarbene, die angeblich Queen Elizabeth war. Ich setzte diese schizophrenen Rosen einfach alle zusammen in ein Beet, zukünftig gesellen sich hier die geretteten Schnäppchen Discounterrosen hinzu. Ihr kennt das sicher, Helfersyndrom. Ansonsten kaufe ich nur noch Container mit Blüten.

Eine besondere Rose, ebenfalls ohne Duft aber in einer ganz besonderen Farbe ist die Novalis.

Morbide Rosen Novalis, zart blaülichh

Sie hat eine ganz eigenartige Farbe, zart bläulich, rosa und erinnert mich an morbide Rosen. Hier liegt die Faszination sicher nicht im Duft. Ich wünschte mir damals ein ganzes Beet mit diesen speziellen Schönheiten, doch noch fällt das unter Luxushobby und muss warten bis der Alltagsgarten angelegt ist.

Rose Novalis, morbide Rosen

Der entsteht langsam aus einer Mischung von Staudenbeeten, Rosen und wilden Selbstausaaten. Eine dieser Überraschungen, passt farblich ganz hervorragend zur Novalis auch wenn sie gar keine Rose ist.

Papaver somniferum, verbotene Schönheit Selbstausaat im Garten

Papaver somniferum, du verbotene Schönheit.

Hast du dich in meinen Garten geschmuggelt und ehe ich mich versah, verwehte der Wind dein Blütenkleid.
Übrig bleibt nur dein innerstes, eine wunderschöne Mohnkapsel, ein geografisches Meisterwerk.

Papaver somniferum, verbotene Schönheit

Sie ist natürlich längst hinfort Herr Wachtmeister, durch den Wald, den Berg hinab im Sauseschritt, mir Holden, blieb nur ihr Antlitz im Sinn.

Alter Vogelkäfig im Garten,wildes Blumenbeet

Im Sinn habe ich auch noch die Rosenleichen, die ich beim Umbau unter dem Bagger geborgen habe. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die verfickten, ranzigen, idiotischen, mir drohenden piiieeep-piiiiiieeeeep- pieeeeeee………
Handwerker Wixer, die ich damals vom Hof jagte?
Die haben den kompletten Garten des Vorbesitzer mit Rosen und Obstbäumchen einfach links gemacht. Das sollten sie auch, um die Zisterne zu setzen. Aber erst nachdem ich die Pflanzen umgesetzt habe, versteht sich aber ja von selbst.

Einzig diese rein weiß, unbekannte Schöne konnte ich reanimieren, ihr Duft ist wunderbar süßlich, schwer, rosig und könnte ich sie nicht sehen, würde ich den Duft einer dunkelroten Rose zuordnen, einfach weil …

weiße Rose unbekannt

So viel Regen, wie in den letzten Wochen mögen weiße Rosen leider gar nicht,

Zartrosa Beetrose überhängend

… zartrosa überhängende Beetrosen übrigens auch nicht.
Und auch die Kletterrose mit dem Namen Rosenstadt Freising, würde gerne der Sonne entgegen und ihrem hässlichen Namen davonklettern.

Rosenstadt Freising Kletterrose

Diese Rose, die keine ist, mag Wasser hingegen sehr.

Seerose im Teich

Wie der Name Hydrangea schon sagt, die Hortensie ist ebenfalls Wasser affin. Im schattigen Beet braucht sie dennoch häufig Unterstützung von der holden Gärtnerin, denn die Atlaszeder überdacht und nimmt zeitgleich von unten.

Hortensien im Garten, Schattenbeet

Die Hortensie im Hintergrund war ursprünglich blau. Im Waldboden wurde sie pink-rosa. Säuert man die Erde leicht ab und gibt etwas Alaun ins Gießwasser, wird sie wieder blau. Natürlich habe ich das auch ausprobiert, als aber alles andere blaue im Beet von den Schnecken gefressen wurde, wandeln wir nun wieder auf pink-weißen Pfaden.

Pink, weiß, etwas lila, das sind also die vorherrschenden Farben in den Beeten mit der Natursteinmauer. Ein Gesamtbild wird es geben beim nächsten Sitzplatz Beitrag, denn die Beete im leichten Hang, liegen genau davor oder besser darunter. Da sind dann auch andere Begleitpflanzen und Blattschmuckpflanzen zu sehen. Nun aber kennt ihr die wichtigsten Protagonisten schon etwas besser und könnt euch beim nächsten mal besser auf das Gesamtbild konzentrieren.

Natürlich gibt es hier auch gelbe und orange Blumen und die wachsen im Heilkräutergarten und Gemüsegarten querbeet. In den Beeten allerdings hat die holde Gärtnerin Frau Monks Verständnis für Farbharmonie aufgegriffen. Da nämlich die Wachstumsphasen noch nicht aufeinander abgestimmt sind und oft Lücken im Beet  sind, ist das die einfachste Lösung. Natürlich wünscht auch die holde Gärtnerin sich ein weißes Schattenbeet a la Gertrude Jekyll oder ein blaues, im Herbst langsam in ein Feuerbeet übergehendes und uns bis in den Winter hinein, erfreuendes Blumenbeet.
Natürlich will sie das, würde der Kerl jetzt sagen.

Da wären wir aber dann beim Thema Arbeit vor dem wir alle Angst haben und das nicht zu unterschätzende Ding mit den leeren Taschen.

I beg your Pardon, I never promised you a Rosegarden …
Along with the sunshine there’s gotta be a little rain sometime.

Die holde Gärtnerin singt für euch und wünscht euch ein wunderbares, sonniges Wochenende mit Superfood auf Beinen. Nackt, breit. Ganz wie euch beliebt und höchstens ein kleines bißchen Regen, sometimes.

4 Kommentare

  1. Mir gefällt ja diese morbide Rose sehr, die in der Farbe von älteren Wasserleichen. 😉
    Sehr schön hast du die Rosen beschrieben, vor allem die erste. Ich hatte sofort wieder den Duft der Rosen im Garten meines Opas in der Nase, obwohl ich den vor mehr als einem Vierteljahrhundert das letzte Mal gerochen habe. Es war eine apricotfarbene Rose mit etwas Rot, die so unglaublich laut, süß und aromatisch nach Rose duftete, dass man fast nicht glauben konnte, dass das nicht nicht künstlich erzeugt wurde. Das Geruchsgedächtnis ist unglaublich, ich kann mir diesen Geruch jederzeit in meine Nase zurückholen.

    Wenn heute dank Internet der hinterste und ärmste Winkel in Afrika weiß, wie es bei uns aussieht, was sollte die Menschen dann davon abhalten, ihr Glück zu versuchen. Neue Zeiten stellen uns vor neue Herausforderungen. Und ja, ich glaube auch, dass es diejenigen schwer haben werden, die nicht tolerant, flexibel und weltoffen sind, die sich abschotten und all das unverändert bewahren wollen, was vor 25 Jahren selbstverständlich war. Auch ich habe Sorgen, Zweifel und Unsicherheit, wie das alles werden wird, weil wir heute vor Problemen stehen, für die es noch keine Patentlösungen gibt. Aber da wir diese Entwicklung nicht rückgängig machen können, müssen wir eben nach Lösungen suchen, damit umzugehen. Hysterie und Hass sind dafür sicher keine Lösungen und auch nicht, eine einzelne Person dafür verantwortlich zu machen, das ist einfach nur albern. Die Welt war schon immer im Wandel und sie ist es heute mehr als jemals zuvor – wer da Angst hat, seine idendität zu verlieren, weil er mit „dem Fremden“ konfrontiert wird, der wird es schwer haben.
    LG, Katja
    Herlich, Katja

    1. Hallo Katja, du sagst es, ich bin immer wieder fasziniert, was die Rose so kann und auch wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Jedes Jahr aufs Neue stehe ich jauchzend in meinem Garten; wenn die ersten Blüten kommen. 🙂

      Die Welt ist so schwierig geworden in ihrer Einfachheit. Jeder kann sich eine Meinung zusammensuchen obwohl er zur Verarbeitung dieser oft gar nicht in der Lage ist. Es wird unkontrolliert nachgeplappert, dem der am lautesten, nicht dem der am differenziertesten argumentiert. Ich bin zum Glück gar nicht anfällig mich der Hysterie anderer anzupassen. Leider aber meiner eigenen und damit halte ich dann auch nicht hinterm Berg. 🙂 Dein Beitrag traf genau meinen Nerv. Liebe Grüße zu dir, Alex

  2. ich werde mit zunehmenden alter geduldiger was meinungen von außen betrifft. vielleicht ist es aber auch der beginnende altersstarrsinn gepaart mit schwerhörigkeit. die hysterie der anderen lässt mich erst recht erst einmal in die andere richtung schauen. ich bin wohl von geburt an der anstrengende hinterfrager ,). hinterfragen muß ich bei deinen rösken aber nun gar nichts. ich finde sie sehen trotz der menge an regen erstaunlich frisch aus. da geht es der lieblingsrose hinter dem zaun des nachbarn leider ganz anders. mutig hat sie sich schon ein paar mal wieder neu in blüte geschmissen, bevor der regen sie erneut in ihre schranken verwiesen hat :(. da muß man der holden gärtnerin wohl ein kompliment zu ihrer guten pflege aussprechen. ich rieche die rösken fast bis hier auffe couch. grüße von derselbigen, sabine&paula

    1. Na ja, ich bin ja auch sehr geduldig mit Meinungen, nur meine Reaktionen auf diese haben sich sehr geändert :-). Die Rosen sind ja leider noch in der Wachstumsphase, ich habe die Schönsten als Model ausgewählt, die Gärtnerin könnte sich ruhig etwas mehr Mühe geben. Zur Couch in den Sonntag gegrüßt, Alex

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