Das Ankleidezimmer trägt Vintage-Chic !?

Ihre „Fans“ haben seit 14 Tagen nichts mehr von ihnen gelesen, verfassen sie jetzt einen Beitrag.
So oder so ähnlich fühle ich mich leicht unter Druck gesetzt, die 3Fans, Beiträge …
Niemand weiss besser als Facebook, warum ich keine neuen Beiträge poste.
Facebook analysiert alles und fragt man mich ganz nebenbei im Chat, ob ich denn treu bin und was ich so beim Sex trage, Heels und Strapse?
Dann schaltet Facebook sofort, schlägt mir polyamouröse Gruppen vor und irgendwas mit Regenwurm. Meine Antwort: „Regenmantel und nein, nicht durchsichtig. Klassisch gelb,“ wird aber scheinbar noch ausgewertet.

Längst könnte an alle „Fans“ eine Notiz rausgegangen sein.
„Schön-Tacheles“ zeigt eine vermehrte Anzahl Schleimtropfen auf der Tastatur; wir vermuten  eine Kontaminierung mit bislang noch unbekannten Viren und raten von jeglicher Kontaktaufnahme ab.

Ich habe einige Beiträge geschrieben, so isses nicht. Böse und sehr böse, mal mehr oder weniger verschnupft, mal mit, mal im Fieber. Wäre ich dann soweit gewesen, wurde die Welt wieder um eine Missetat bereichert. Nicht etwa weil ich so langsam schreibe, sondern weil das Übel so schnell um sich greift. So schnell, dass meine Worte keine Möglichkeiten haben, sich zu setzen. In meiner Angst, das Falsche zu sagen oder noch schlimmer, genau das Richtige, schiebe ich diese Beiträge nun vor mir her. Zugegeben auch in der Hoffnung, sie würden plötzlich überflüssig.

Statt dessen möchte ich euch endlich die Ankleide zeigen.
Bäääm, Oberflächlichkeit ist das neue Schwarz.

Ich wollte euch alles gebügelt, schön gefaltet, in offenen Schränken präsentieren, neu sortiert, in einem hell, lichtdurchfluteten Raum. Als ich die Wäsche abhing, zusammenlegte und mit Nasensekret betropfte verwarf ich meinen Fiebertraum wieder.
Frau Monk sprach es schließlich näselnd aus:
„Es ist und bleibt ein Kleiderschrank, ohne Fenster, wenn man sich die bunten Fummel vom Hippiemädchen und dem Kerl weg denkt, gehts ja“

Die holde Gärtnerin hörte diesen Satz mit halben Ohr und war sofort in Alarmbereitschaft. Sie kochte sofort Salbei, Ingwer Tee, während sie Wadenwickel vorbereitete murmelte sie was von „Monksches Fieber senken.“
Denn obwohl allen klar ist, hier werden ausschließlich Möbel wiederverwertet, upgecycled oder möglich günstig erworben, Frau Monk hätte das lieber perfekt. Der Fußboden ist noch unrenoviert, der Putz hat was von 70iger Jahre Wintergarten und befindet sich stellenweise auch noch immer auf den hässlichen Fliesen. Doch in der Funktionalität ist sie super.

Die Ankleide.

Das Ankleidezimmer trägt Vintage. Chic!?

Die alten Schränke standen ursprünglich in einer Schule, der Kerl hörte von der Räumung, sicherte sich diese beiden um sie später mit dem Hänger abzuholen. Er konnte sich überhaupt nicht vorstellen, was ich denn damit vorhaben könnte, das Holz passt ins Obergeschoß optisch gar nicht rein und im Flur hinderten die Maße. Trotzdem brachte er sie mit, das finde ich sexy.

Vorher lagen die Klamotten in einem großen Expedit Regal und staubten doch recht schnell ein und wollten immer schön zusammengelegt sein. Diesem Wunsch konnte ich leider nur selten nachkommen.
Unsere Kleiderstange wurde etwas höher gehängt, damit der tiefe Schiebetüren Schrank darunter passt. Diese Ketten und Stangenkonstruktion funktioniert so seit 10 Jahren, ein neuer diy Plan befindet sich gerade in der Überredungsphase.

Ankleidezimmer einrichten, Vintage Büromöbel

Nach dem hysterischen ausmisten im letzten Jahr und wegen dem doppelten Wohnsitz vom Kerl hat sich unser Kleiderfundus stark dezimiert. Die riesigen, zu waschenden Wäscheberge tun sicher ihr übriges. Im Schiebetüren Schrank unten drunter befinden sich nun herausziehbare Körbe, mit meinen Strumpfhosen, Socken, Schlafanzügen, Wäschekram.
Das geht klar so, ich hatte nie das Bedürfnis meine Unterwäsche zu falten. Ich bin eher so der Wäsche wühler.
Dieser kleine Ausbruch aus der Monkschen Ordnung sollte nicht unerwähnt bleiben. Auch wie sie unbemerkt versucht das Hosenbein des außer Kontrolle geratenen Jeansoveralls, mit dem Finger auf dem Bildschirm, zur Seite zu schieben- sollte nicht unerwähnt bleiben.

Meine Hüte, oder das was davon noch übrig ist, hängen erstmal an Hosenbügeln, vom einstauben abgesehen ist das eine gute Aufbewahrungsmöglichkeit. Der Kerl hat nur einen, der Stetson aus Leder liegt aufm Schrank.

Ankleidezimmer einrichten, Vintage

Der Schrank, hat mehr Stauraum als man ihm ansieht und jeder hat nun seine eigene Seite.
Ich sehe wie Frau Monk schwitzend auf der Bank sitzend den Schrank betrachtet, am liebsten würde sie die umkippenden Hosen neu falten oder wenigstens grauen Stoff davor …

Direkt nebenan steht das Rolladenschränkchen vom Sperrmüll, mit der ausziehbaren Platte. Es beherbergt meine Bürsten, Heißwickel, Glätteisen, Föne, übriggebliebene Friseur Sachen, die ich so gut zugänglich dann vielleicht auch mal wieder benutze. Bei dem Schnappschuss  von mir in der Sidebar habe ich das nämlich ganz offensichtlich nicht getan.
Vintage Möbel Mix,Ankleidezimmer

Obendrauf steht ein alter großer Spiegel, denn mir fehlt auch noch der perfekte Ganzkörper Spiegel. Immer wieder wischte Frau Monk unsere vermeintlichen Nies-Schmoddertropfen vom Spiegel, die sich aber  später als voll integriert entpuppten.
Wer hattn da droffgerotzt, Superman? Husten Hulk?

Vor Jahren habe ich die ehemaligen Parfum Glasflacons, auf denen kleine Bienen sind und die alte Puderdose auf dem Flohmarkt gekauft. Warum weiß kein Mensch.

Bildergalerie

Das Board gegenüber passt sowieso nicht, da steht aber der Korb mit Tüchern und der Nähkasten mit meinem Schmuck. Außerdem finden hier die Marilyn, die Uhr und eine kleine Bildergalerie Platz. Darunter die graue Bank, die durchaus an Schönheit zu überbieten wäre.

Meine unzähligen Mützen schauen aus der Korbtasche.

Korbtasche als Mützenaufbewahrung

Rechts hinter dem Board geht es auch noch um die Ecke, in einer kleinen dunklen Nische bewahre ich Decken, Bettzeug und Kissenbezüge auf. Koffer und die Medikamente in der Holzkiste, sind hier gut untergebracht.
Als kleine Lichtquelle springt der Leuchtstern ein, ihr kennt ihn längst und das uralte Bügelbrett lehnt leger an der schrägen Wand.

DSC_4060

Hier standen auch schon mal Schuhe, die wurden aber niemals dorthin zurückgebracht. Unsere Schuhe wohnen jetzt sinnigerweise im Bastel-Durchgangs Zu-Müllzimmer direkt am Garteneingang.

Ankleide, Vitage Möbel. Kleiderstange an Ketten

Wer den gelben Regenmantel sucht, der hängt im Schlafzimmer … türlichtürlichsicherdigger.

So sieht das aus.
Erstmal. Noch hat alles einen gewissen provisorischen Jugendzimmercharme, einige Ideen gilt es noch umzusetzen, bei der Lampe angefangen und dem Boden aufgehört und dann natürlich für lau …

Doch am End isses nur ein Kleiderschrank.

Oder, wat meinste?

Wir fragen uns das.

Ganz ohne danach hustend und röchelnd auf dem Rücken verharrend, einsam auf einem Schnupfenmeer zu treiben- erscheinen wir somit fast gesund.

 

13 Kommentare

  1. Joaaah, …nen Ankleidezimmer hat ja schon vom Wort her Charme. Vintage kann ich auch erkennen. Also ist der Posttitel schon mal erfüllt. Ich muß auch sagen, dass trotz doppelter Haushaltsführung und den erwähnten Wäschebergen mehr Plörren bei dir im Schrank hängen als bei mir. Ich würde so ein Zimmerchen gar nicht ausfüllen können, bzw. meine Garderobe. Wohl auch mit ein Grund, warum ich bisher von Anmeldungen bei Guido Maria Kretschmer Abstand genommen habe. Die würden meinen recht überschaubaren Kleiderschrank wohl nicht mal als Pausenfüller verwenden können. Mit meinen Wäschebergen verhält es sich dann wohl wie bei dir. Sie liegen in Warteposition und füllen den Raum vor der Waschmaschine. Was sauber an der Wäscheleine hängt, wird meist vom Endverbraucher zur sofortigen Verwendung abgenommen, bevor es im regelmäßigen Zyklus wieder zurück zum Berg findet. Ein Kreislauf sozusagen, bei dem der Kleiderschrank (bei uns) eigentlich ausgespart wird. Im Geiste sehe ich die olle Monk ihr Haupt schütteln. So, sollse also zufrieden sein mit eurem Ankleideraum. Mich beeindruckt er zumindest. Von hier aus also den Daumen hoch. Für die Möpp müßtest aber noch unten ein kleines Regal hin bauen. Für Halsband, Leder und Geschmeide. Grüße vonne Couch, Sabine&Paula

    1. Haha, dabei haben meine Überschriften ja sonst nur selten was mitm Thema zu tun- Da hängt ja Sommer wie Winter, ich bin ja keine von denen, die ihre dicken Pullis auf den Speicher bringt und in kalten Somern friert. Davon ab hab ich gar kein oben 🙂 Ich stell mir grad vor, wie die Shoppingqueen Mädels meine Matschverschmierten Schuhe, Highheels mit Wald Klumpen am Absatz angeekelt inspizieren… und die raren Designerteilchen sind auch aus längst vergangener Zeit. Nä da hab ich och nix zu bieten- die könnten höchstens die Reste vom Putz von den Fliesen kratzen. Apropos regelmäßiger Zyklus. 🙂 Brüller oder? Gittet hier och net.:-) Für de Möpp mach ich Platz, Ehrensache. Liebe Couchgrüße. Alex

  2. Ach wie immer wundervoll geschrieben! Habe mich ein, zwei mal gekringelt vor Lachen und fast durchweg geschmunzelt – das passiert mir eher selten, aber immer bei dir! Das mag ich sehr, drum fliege ich nicht nur über die Bilder, sondern lese auch mal wirklich (bis zum Schluss u nicht nur einzelne Passagen!).
    Das Kleiderzimmer gefällt mir auch sehr – fast bin ich ein wenig neidisch – Warum wird bitte bei uns keine Schule aufgelöst???

    Schönes Um- und Anziehen!

    Claudetta

    1. Danke liebe Claudetta, so soll das sein und freut mich sehr, wenn es funktioniert. Ich kann besser labern als schön fotografieren, deshalb versuche ich somit den Ausgleich zu schaffen. 🙂 Dann drücke ich mal die Daumen zur Schulauflösung, irgendwo 🙂 L.g Alex

  3. Knaller! Ich finds perfekt.
    Ich habe einen Monstereinbauschrank. Dahinter darf man aber nicht schauen. Die Teeniaufräumtaktik habe ich nämlich irgendwie beibehalten, seufz.
    Die Schulschränke sind total schön. Guter Schnapp!
    Einzig bei den Hüten hätte ich Sorge, dass sich das klemmen vom Bügel abzeichnet? Ich besitze übrigens weder Mütze noch Hut. Dem Mann, der seit Jahren scharf auf einen Panamahut ist, wurde mit Rausschmiss gedroht, sollte er sich selbigen zulegen. Ne ne, Hüte sind nicht meins.

    Grüße von Schnupfenhölle zu Schnupfenhölle, die kleinen Rotzkocher geben alles. Ihbah! Nadine

    1. Oh, danke 🙂 ich habe das beim Expeditregal genauso gemacht, die breiten Fächer luden förmlich dazu ein.Das ergab dann einen viereckig geformten Klamottenballen. 🙂
      Die Hosenbügel sind echt total super, die halten fest, sind aber irgendwie mit Filz unterlegt und es gibt keine Knicke, das pssiert unter Klamottenbergen schon eher 🙂
      Ich liebe Hüte und Mütze und trage sie sehr oft. Der Kerl hat sich seinen damals in Hamburg für n Schweinegeld gekauft und trägt ihn so selten bis nie, ich finde Hut gut. 🙂 Gute Besserung auch dir, l.g Alex

  4. Liebe Alex!
    Wie schön Du hast ein Ankleidezimmer! Wir improvisieren dahingehend ja immer mal mehr mal weniger, je nach Schrank der grade im Büro steht oder nicht 😉
    Ich gebe ja zu, wenn ich auch sonst ein chaotischer unordentlicher Mensch bin, meinen Schrank kannst Du jederzeit öffnen und es ist alles ordentlich. Also auch die Unterwäsche….. da bin ich die Monk im Hause T., der Herr Ordentlich und immer akkurat des Hauses schmeißt seine Socken usw. auch immer in seine Schubfächer…. schon seltsam wie man sich so verhält…
    Auf alle Fälle freut mich dieser Einblick sehr und ich mag Deine Hutsammlung sehr!!!!
    Und auch Deine Nische hach gefällt mir alles gut!!! Praktisch und alles da was man braucht, so wie ich mir ein Ankleidezimmer so vorstelle! Und ganz ehrlich ob es da nun weiss, bunt oder auch holzig ist, ist doch Wurscht, Hauptsache alles ist ordentlich verstaut.
    LG Sanne

    1. Liebe Sanne. Brauchst du denn ein Büro? Ich habe ja von Bad und Wäsche-Wasserwerk-Raum extra was abgezwackt, da unten würde jeder Architekt schreiend davonlaufen 🙂 Das war mir wichtig, im Schlafzimmer nur zu schlafen und dann kann hier auch wirklich mal Chaos herrschen und die Tür geschlossen werden.
      Meine Klamotten werden auch erst vorm tragen gebügelt, ich bin praktisch veranlagt und doppelte Arbeit mag ich gar nicht.:-) Wenn ich könnt wie ich wollte gäbe es wohl passende Regale an der Wand und seperate Kleiderstangen in unterschiedlicher Höhe, Schubladen, n tollen Spiegel usw…l.g Alex

      1. Naja Brauchen nicht, doch da wir den schönen großen Schreibtisch haben, von dem ich mich auch nicht trennen möchte. Denn er ist ein absolutes Stauraumwunder, grade für meinen Bastelkram. Und Du kennst das ja von mir inzwischen, etwas Veränderung zwischendurch, muss bei Sanne ja immer mal sein!!!
        LG Sanne

  5. So, jetzt lasse ich meinen neidischen Kommentar auch noch hier ab. Wat, Du willst da was ändern. Du hast ein ANKLEIDEZIMMER!!!!!!!!!!!! Hast Du ne Ahnung, wo wir unsere Klamotten unterbringen. Genau – Sommerklamöttkes zum Herbst hin in den Heizungskeller und im Frühjahr dat Ganze wieder rückwärts und umgekehrt. (Bin noch mal kurz Bilder gucken – Moment). Zurück – ich lese Jeansoverall. Ich sach ja, wir sind nicht nur Zahnschwestern ;-). Und Hüte … wat soll ich sagen. Komme ich im Sommer zum Waldhaus, trage ich Hut. Sonne und so.

    Fazit: oberflächlich is anders – wer so einrichtet, ist ganz tief dabei (sagt die Psychologin in mir). Und das Ankleidezimmer ist einfach fantastisch! So what!

    Grinsend übern Text, auch sonst wieder gerne gelesen und geguckt verbleibe ich … Dich fett geknutscht,
    Steph

    1. Oaaaah, ich hab doch keine Kinder, wegen dem Ankleidezimmer, jetzt hör sofort auf neidisch zu sein 🙂 Hüte sind einfach super. Und ja, ich bin sowas von tief dabei :-). Zurückgeknutscht, Alex

  6. Hi Alex.Mensch,wenn ich gleich nicht schreibe,vergesse ich dann immer.Toll hast Du gemacht.Es ist auch mein Traum.Weil ich im Schlafzimmer kein großer Schrank ertragen kann,sind die Klamotten in verschiedenen Räumen in Kommoden verteilt.Es ist so,dass ich selber nicht weiß,was wir besitzen.Die letzten Tage habe ich alles ausgemistet und ganz tolle Sachen entdeckt!!!Wir haben einen Zimmer ideal als Ankleidezimmer,aber wir brauchen ihn fürs Gäste.Deine Hutsammlung finde ich auch ganz toll.LG,lucie

    1. Hallo Lucyna, hauptsache dir gehts gut 🙂 Ja, dann kannst du mich ja verstehen. Ein Gästezimmer brauchten wir nie, deshalb .-) ich hab jetzt alles im Blick und ist gut ordentlich zu halten. Warst du quasi im eigenen Kleiderschrank shoppen, is doch super. l.g Alex

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