Enjoy your life, eine Ausstellung

Am Wochenende waren wir ja in Sachen Kunst unterwegs, auf der Bauhaus Ausstellung in Bonn. Natürlich finden in so einem großen Museum zeitgleich mehrere Ausstellungen statt, wir schauten uns also gleich alles in diesem Haus dargebotene an.

Auf meine Gedankenreise durch die Juergen Teller Ausstellung, Enjoy your Life, möchte ich euch gerne mitnehmen. Ich habe einige Exponate schlecht fotografiert aber es reicht sicher aus um einen Eindruck zu vermitteln. Auch hier halte ich keinen Vortrag über Jahreszahlen, Fakten und Fachbegriffe.
Sorry, das ist Kunst, davon habe ich nu wirklich keine Ahnung, ich habe nur meine unqualifizierte Meinung anzubieten.

Enjoy Your Life

Vorab, Juergen Teller ist einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit.

Was das nun über unsere Zeit, uns oder den Künstler aussagt? Diese Frage drängt sich zuweilen auf, wenn man sich nur traut seine Arbeiten genauer zu betrachten, bekommt man auch eine Antwort.
Viel wahrscheinlicher gibt man sie sich jedoch selbst.
Ich rede mir ein, diese Ausstellung in all ihrer Absurdität genau zu verstehen, ich sehe natürlich, warum der Künstler ausgerechnet diese Fotos in Bezug zueinander stellt. Der Künstler würde wahrscheinlich sagen: „Mädsche, wat du all siehst.“
Wahrscheinlich steckt gar keine Strategie dahinter und die fast achtlos angepinnten Kunstwerke sind einfach achtlos angepinnte Kunstwerke.

Juergen Teller Fotografie abfotografiert (2)

Vielleicht ist ein schiefes Bild einfach nur schief, ohne tiefen Grund und Symbolik.
Von Handwerkskunst war ja keine Rede und auch von Fotografie habe ich nicht genug Ahnung, um eine Wertung abzugeben.
Was ich gut kann, ist gucken, denken und schmunzeln.
Über die gelungene Interpretation von: „Die Sonne scheint mir aus dem Arsch.“

Jürgen Teller Fotografie abfotografiert (5)

Viele Tellerstapel standen selbstredend mitten im Raum herum und der Kerl hatte Angst, ich würde einen umrennen.

Tellerstapel

Nicht ohne Grund.

DSC_4842

Teller druckt seine Motive auch auf Teller. Naheliegend. Die Teller finde ich ausnahmslos großartig.

Jürgen Teller, Foto auf Teller

Mindestens 1,20m Durchmesser hat dieser Teller… wild geschätzt.
Mein liebstes.

jürgen teller Ausstellung

Dicht gefolgt von diesen.

Vivinn Westwood fotos von Jürgen Teller

Ich hab euch gestern vorgewarnt, ich sach noch, Geschlechtsteile.
Nackisch.
Von Vivienne Westwood.
Das ist Punkrock, aber sowas von, wer könnte sie auch besser in Szene setzen?
Er hat tatsächlich sehr viele Promis fotografiert, unter anderem Curt Cobain, Kim Kardashian, Tom Cruise, Elton John.
Ihr denkt sicher, ich habe hier die ekligsten, provokantesten Bilder mit Muschi und Pimmel rausgesucht? Mitnichten.

DSC_4838

Ich selbst habe natürlich auch nicht für alles eine Erklärung.

Jürgen Teller Fotografie abfotografiert (4)

Hier tippe ich auf irgendwas mit Schuhen. Die Verknüpfung dieser Bilder erschließt sich mir so gar nicht.

Jürgen Teller Ausstellung

In meinem Kopf erwachen Bilder aus meiner Zeit als Friseurin. Ich glaube es war donnerstags, wir schauten uns immer alle zusammen den Adam der Woche in der Praline oder Wochenend an.
Wie sie so dastanden unter der Zimmerpalme, mit auf Halbmast stehender Palme. Erst heute weiß ich, das war wohl Kunst.
Banausen.
Pimmelbanausen, die wo wir sind.

Jürgen Teller Kuss Fotografie abfotografiert

Hier tippe ich auf Pubertät.

Ein furchtbares Leid.

Im gestrigen Beitrag ist am Ende ein Bild von mir zu sehen, ich sitze auf einer Bank und schaue hier hin. Zu Kim Kardashian. Sorry Kim, ich dachte tatsächlich, kurz:“ Wo hat der dann die komische Aaahl do ofgegabelt.“

Ausstellung Jürgen Teller

„Das können wir auch“,  wie leicht man sich zu solchen Aussagen hinreißen lässt, als Kerl. Wer noch nie mit High Heels und Mieder einen Erdhaufen hochgeklettert ist ohne dabei wie einer auszusehen, hat leicht reden. ICH kann das nicht.

Jürgen Teller Fotografie abfotografiert

Da stellt sich die Frage, liegt Kunst im Auge des Betrachters oder doch im Auge des Künstlers, wird sie gemacht, oder „gemacht“, die Kunst und stellt sich die Frage am End wirklich?
Ist es nicht vielmehr ein wunderbares Zusammenspiel von all dem?
Ist es nicht einfach scheißegal?

Enjoy your life!

Wir haben ein paar schöne Stunden, schmunzelnd, staunend, nachdenkend verbracht. Dafür haben wir Eintritt bezahlt, klar, denn Geld fließt natürlich auch mit ein, in die künstlerische Freiheit und im Umkehrschluss sicher auch in den Kunstverstand.
Auf den ein oder anderen wirken diese Bilder sicher verstörend. Ob es die realitätsnahe, ungeschönte und teils absurde Darstellung in vermeintlichen Alltagsposen ist?

Für Frau Monk war tatsächlich auch das Imperfekte verstörend. Ein Museumsbesuch setzt eine gewisse Erwartungshaltung bei mir. Ich erwarte im Museum sowas wie Besonderheiten und Errungenschaften unserer Gesellschaft, in geschichtlicher oder auch sozialer Hinsicht.

Obwohl das hier in gewisser Weise wiederum perfekt gelungen ist.

Wäre es denn nicht allein schon Kunst, diese, meine Erwartungen komplett zu erschüttern?

Wir fragen uns all das.

4 Kommentare

  1. Also der „Regenbogenpups“ ist mein Favorit. Zeitgenössische Kunst auch nicht gerade mein Spezialgebiet, daher äussere ich mich lieber nicht näher darüber, aber unterhaltsam war die Ausstellung sicherlich. Liebe Grüsse Martina

    1. Nääänäää, mein Spezialgebiet ist das auch nicht und wenns schon mal da is guckste halt ma drübber 🙂 Jetzt stell dir mal vor, wie das Casting abgelaufen sein muss.
      Du hör ma, würdest du mal für mich Modeln? Ich stelle mir vor du kniest dich nack in den Garten…. hahaha. 🙂 l.g Alex

  2. Liebe Alex!
    Ich komme leider erst Heute dazu mich wieder zu Wort zu melden. Also Ich bewundere Eure Ausdauer bei Deinem ersten Part der Ausstellung, wäre nicht so meins gewesen…. aber Sanne und Kunst naja da Treffen fremde Welten aufeinander…. Deshalb lag mir dieses Viertel in Peking, denn da stehen halt Objekte in der Gegend rum und man kann über Brücken diese Ollen Fabrikteile anschauen…..
    Aber nun weiter im Text. Den „Regenbogenpups“ ( Ich klau mal das Wort Martina) finde ich wirklich genial, bei den anderen Bildern und auch den Tellerstapeln bin ich auch schon wieder Zwiegestalten ob ich nicht mein Geld am Eingang zurückgefordert hätte aus Enttäuschung. Naja bin halt ein Banause…… Abe dank Dir weiss ich jetzt ich spare lieber den Eintritt, denn wir müssen leider Jupp unser Auto in Rente schicken (brauchen Automatik in Zukunft für den Tinnemann und naja ist ja auch für mich bequemer) und müssen für einen neuen Wagen Sparen.
    LG sanne

    1. Hallo Sanne. Wegend er Bauhaus Ausstellung sind wir ja hin. Ich mag das komplette Bauhaus Paket mit all seinen; gesellschaftlichen und sozialen Hintergründen sehr. Im Kombiticket gab es dann eben auch Pina Bausch, die Parkausstellung und auch Juergen Teller. Das machste dann eben in einem und machst dir bissche Gedanken zu. Ich hab sie mit euch geteilt, damit ich nicht allein da durch muss. 🙂 Ich habe nur kurz auf Facebook ein paar Bilder gesehen glaub ich, krieg kaum was von dir angezeigt, zur Zeit.
      Wenn Kunst rum steht find ich super 🙂 In Paris vor vielen Jahren an der Champs dElysee entlang, überraschend eine Ausstellung gesehn, das mochte ich. Automatik kann ich nur empfehlen. Ich fahr auch nur Automatik, weil ich mit Hand und Fuß nicht immer so griffig bin, du weißt, das gibt auch Sicherheit. L.g Alex

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