Was´n los?

Ihr: „Ich weiss nicht was du diesen Sommer getan hast, auf deinem Blog schreibst du gar nichts darüber. Was´n los, Alex?“

Ich: „Ich weiss nicht wie ich anfangen soll. Sonst eine Frau der klaren Worte, eier ich im Moment nur rum.“

Ihr: „Warum und vor allem wo-rum?“

Ich: „Dieses unentschlossene Blogger Geheul kann ich woanders ja nur schwer ertragen, bei mir selbst aber am allerwenigsten und ich wollte sowas nicht auf meinem Blog aber nu tu ich mich schwer. Ich schaffe die Veröffentlichung meiner mittlerweile über 20 Beiträge nicht, weil die Fotodokumentation noch fehlt. Etliche habe ich längst gelöscht, weil sie  schon nicht mehr wahr sind.“

Ihr: „Du belügst uns?“

Ich: „Nää, eben nicht. Der letzte Beitrag, der mit der Barbeque Sauce, der sollte an Valentinstag für so n Katalogding online gehen und alle hätten vor der Grillsaison diese und die 3 anderen Saucen, die noch in den offenen Beiträgen schlummern nachkochen können. Bis ich die Fotos hinkriege ist wahrscheinlich Dezember.“

Ihr: „Da mach doch jetzt. Schnell.“

Ich: „Ich kann nicht. Entweder ist mein Laptop kaputt, die Kamera im Arsch, die Speicherkarte defekt, das Licht zu schlecht, das Licht zu gut, meine Schmerzen zu stark oder ich zu traurig oder.“

Ihr: „Ach so, nee wir wollen anständige Fotos und gut recherchierte, optimistische Texte. Dann Tschüß.“

Ich: „Tschüß.“

Manche von euch: „Das war ein Scherz, gerade du müsstest das  doch verstehn, wo willstn hin? Und warum hast du Schmerzen.“

Ich: „Ach so. Ich will gar nirgendwohin, doch ich muss, ich hab Mimimi Migräne. Ne besonders fiese, mit Aura und die fickt mich gerade arg. In manchen Monaten legt sie mich 20 von 30 Tagen flach, da häng ich durch.

Strand Impressionen

Mehr als unbefriedigend. Dazwischen versuche ich jeden Tag frohen Mutes neu anzugehen. Ich bedanke mich bei wem auch immer, du verfickter Hurensohn, für gute Tage und leide geduldig an schlechten. Manchmal denke ich an dieses Karma und frage mich, was ich denn nur getan habe? Das revidiere ich dann aber sofort, denn ich bekam als Kind, noch recht unschuldig, die erste Migräne, doch auch darüber habe ich diesen einen Beitrag geschrieben, unveröffentlicht.“

Ihr: „Ach Alex.“

Ich: „In der Vergangenheit habe ich so viele gesagte, gelesene, gehörte „Ach Alex“ vernommen und gedeutet, ich bin sicher, es wird für jeden von euch die geeignete, aussagekräftige Betonung dabei sein. Keine Scheu, ich bin immun dagegen.“

Ihr: „Ach Alex.“

Ich: „Na, auf jeden Fall muss ich jetzt weg. In Reha. Da ich wirklich Hilfe brauche, habe ich Massage, Köpfchen streicheln und Orgasmen in Ton formen gegen einen Aufenthalt in einer Migräne Klinik getauscht. Ich Idiot.
Jetzt befürchte ich Schlimmstes, Kabel, Geräte, Medikamente. Ich freue mich schon sehr darauf meine Migräne Anfälle mit meiner Zimmernachbarin abzustimmen, da ich mir den Einzelzimmerzuschlag nicht leisten kann. Für alle Beteiligten hoffe ich, sie riecht nicht stark und sie atmet nicht. Hoffentlich atmet sie nicht, ich hasse nichts mehr, als die Atemluft zu teilen.“

Ihr: „Ach Frau Monk.“

Ich: „5 lange Wochen.“
Ich: „Internet, Handys und Tv sind nicht gerne gesehen.“
Ich: „Und zum Glück habe ich diesen Zusatz „Trockene Brötchen mit Milch Diät“ rechtzeitig gelesen und abgelehnt.“
Ich: „Freu mich.“

Ihr: „Ach du Scheiße.“

Ich: „Hoffentlich scheißt sie nicht.“

Ihr: „Neeein, sicher nicht.“

Ich: „Ich bin nicht verrückt, ihr tut so, als wär ich verrückt, das haben schon ganz andere vor euch getan.“

Übrigens, war ich in Urlaubn.“

Alex in Nordwijk

Das bin ich, Noordwijks leichte, kühle Brise am Abend, in den Dünen genießend, die krummen Beine sind ausschließlich perspektivisch und hängen mit der Erdkrümmung zusammen, sagt die Nasa. Nur damit ihr auch noch was lernt hier.

Der Kerl hat uns eingeladen, 3 Tage am Meer zu verbringen und damit den Geschmack aller auf den Punkt getroffen. Die holde Gärtnerin hüpfte durch die Blumenfelder,

Blumenfelder im Spätsommer Nordwijk

doch auch sie dokumentierte die Schönheiten kaum, sondern versprach im März, April wiederzukommen, wenn die Hyazinthen und Tulpen blühen.

Blumenfelder im Spätsommer Nordwijk

Frau Monk war begeistert von der gewählten privaten Unterkunft und der liebevollen Einrichtung.

Zimmer, Nordwijk

Klein aber fein mit einem besonders schönen Fußboden.

schön Tacheles

Und das Hippiemädchen liebt es, sich spontan das Röckchen über den Bikini, der aber fast ein Burkini ist, zu werfen und mit dem Rad zum Strand zu fahren.

Radfahren in Nordwijk (2)

Hier erfahre ich, während ich atme, ohne jemanden zu stören, dass die Gruppe alter Damen, die mich bergauf überholt hat, mit Elektro Rädern unterwegs waren.

Radfahren in Nordwijk

Ihr: „Bergauf? In Holland?“

Ich: „Ich bin ein sehr, sehr kleiner Mensch.“

Nordwijk Räder am Strand

Die Bilder sind teilweise von noch schlechterer Qualität als gewohnt, denn wir waren ja im Urlaub und ich habe an euch gar nicht gedacht, dafür haben wir an unsere Räder gedacht.

Ihr: „Du bist Bloggerin, allzeit zum Teilen bereit!“

Ich: “ Jo näää, eben net, dat is doch mein Red, doch in diesem Moment habe ich an euch gedacht und mir kurz gewünscht, ich hätte meine richtige Kamera dabei. So aber war es der perfekte Tag am Strand, mit Baden im Meer. Sommersonnearschgeleckt.

In den Dünen, direkt hinter unserem Liegeplatz, hinter dünnem Stacheldraht, hing diese Feder fest und wehte im Wind, stundenlang, teilweise stark gebeutelt.

Feder in den Dünen, gefangen im Wind

Dieser Widerspruch von gleichzeitiger Freiheit und Gefangenschaft faszinierte mich den ganzen Tag.

Ihr: „Alex, was willst du uns eigentlich sagen?“
Ich: „Ich weiß et doch och net. Erstmal Tschöö? Vielleicht?“

In Kowelenz sacht man Tschöö.

 

 

Rauchige Barbecuesauce mit Whiskey zum Grillfest

Smoky, spicy, Barbecuesauce mit Whisky und Cola oder Lemmys Beste zum Grillfest

Wann wird s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er…
ihr wisst schon. So mit allem Drum und Dran, tagelang draußen sein und der Grill kühlt nicht wirklich ab. Nun kommen eben genau diese ersehnten Sommertage noch einmal, bevor der Herbst Einzug hält und deshalb widme ich mich heute dem Thema Grillsoße.

Rauchige Barbecuesauce mit Whiskey zum Grillfest

Die Grillsaison wird bei uns zelebriert, mit den unterschiedlichsten Leckereien und den feinsten Soßen, alle selbst gemacht.
Alle?
Nein, nicht alle.
Immer wieder schmuggelt der Kerl eine kleine unbeugsame Plastikflasche auf den Tisch, smokey, spicy, chemical. Ihr wisst schon. Das Hippiemädchen sagt, das können wir alles auch selbst, ganz ohne Chemie und Plastik und mit mehr Liebe.

Bei aller Liebe, ich habe mich bemüht das Rezept einfach und verständlich wiederzugeben, wir haben viel ausprobiert.

Ihr könnt das ganze auch mehr oder weniger rauchig, scharf halten und auch ohne Whiskey ist das ein lecker Sößje.

Damit niemand ab Zeile 11 in Panik verfällt, weil der hinterhältige Kreuzkümmel auch noch gemörsert werden will, schlage ich vor, einfach mal was vorzubereiten.
Bitte den Text vorab lesen, alles fett gedruckte ins gewünschte Format bringen, beispielsweise:

Zwiebel⇒hacken und bereit stellen.

Ihr könnt das ganze auch mehr oder weniger rauchig, scharf halten und auch ohne Whiskey ist das ein lecker Sößje.

Rezept für rauchige Grillsauce mit Whiskey

 

1 große Zwiebel fein würfeln

2 Knoblauchzehen, fein würfeln
1 rote Chillischote, entkernen, klein hacken und in
3 El. neutralem Öl  leicht anbraten
100gr. Tomatenmark und
2 Tl. Pimenton
oder Rauchpaprika dazugeben, leicht mitrösten.

Mit
40ml Apfelessig
und
300 ml. passierten Tomaten
ablöschen und aufkochen.

2 Tl. Rauchsalz,
1 Tl. Senfkörner,
1 Tl. Kreuzkümmel mörsern und zusammen mit
2 El. braunem Zucker dazu geben
30 ml Ahornsirup ,
300 ml Cola und
50ml. Whiskey
dazu geben, noch einmal kurz stark aufkochen.

Mit Pfeffer, Chiliflocken nach Belieben, abschmecken, 30 Minuten bei mittlerer Hitze einköcheln und heiß in saubere Gläser füllen.

Ihr könnt das ganze auch mehr oder weniger rauchig, scharf halten und auch ohne Whiskey ist das ein lecker Sößje.

Rauchige Barbecuesauce mit Whiskey zum Grillfest, Geschenke aus der Küche

Das hat jetzt wohl 40 Minuten gedauert, eher ne Stunde ; das möchte ich euch nicht verheimlichen und die Küche sieht am End aus wie Sau.
Das isser euch aber doch sicher auch wert, euer Lieblingsmann, oder?

Er wird euch auf jeden Fall aus der Hand fressen, sofern sie mit einem Rindersteak und dieser Soße belegt ist. Sie wäre aber auch vegan, zur Not.

Keine Angst, es wird euch niemand beschimpfen, weil ihr den guten Whiskey verkocht. Eventuell könnt ihr sogar die Reste bei euren Freunden einsammeln. Whiskey ist nämlich so 2010.
Wer heute etwas auf sich hält, trinkt Gin. Hat man 2010 noch nicht von Wacholder gehört, fachsimpelt man heute über feinste Nuancierungen von … Birne.

Ich nehm n ehrliches kaltes Bier. Danke. Kein Glas.

Sagt das Hippiemädchen

I never promised you a Rosegarden …

Deutschland ist gespalten. In allen Fragen, vor allem, aber und auch, in Sachen Wetter.
Entweder wohnt man in dem Teil Deutschlands in dem man morgens schon nacktbeinig, wohlgebräunt seinen Teller mit Superfoods posten kann oder man trägt ununterbrochen Gummistiefel an weißfleischigem, Rest Bein.
Zugegeben, zwischendurch wird unser wasserleichenfarbener Körper erwärmt. Kurz und heftig, die Regentropfen im Gesicht noch nicht abgetrocknet, verbrennt die Sonne dir in ihrer kurzen Anwesenheit die Fresse. So schnell kannste gar net cremen.

Die holde Gärtnerin ist ebenfalls gespalten. Von der Gemüseernte einerseits begeistert, vom Blumengarten eher enttäuscht. Sobald die Rosen zur vollen Blüte erblühen, kommt ein Regenschauer und prasselt alles nieder. In den trockenen Momenten werden natürlich immer mal wieder Fotos geschossen, damit sie auf der Speicherkarte verschwinden können oder auf keinen Fall gezeigt werden.

Früher, war ich überhaupt kein Rosen Fan, sondern mochte Nigella, Sonnenblumen, Kugeldisteln, Wald und Wiesenzeuchs eben. Ich fragte mich, wieso die Rose sich mit ihren Stacheln schützt, was hat sie denn schon zu bieten außer Schönheit?
Doch, doch sie hat ne Menge mehr zu bieten und doch, doch, es sind Stacheln, keine Dornen. Bei einer Rose ist der Stachel leicht abzustreifen von der Oberfläche des Stiels. Dornen sitzen tief, wachsen von innen heraus, wie beim Kaktus, als die holde Gärtnerin noch Floristin war, streifte sie verdammt viele Stacheln ab.

Im Garten gibt es einige Rosen, denn mittlerweile ist eine große Rosenliebe entstanden. Schuld ist diese unbekannte Schönheit mit riesen Köpfen, sogar schon in der Knospe.

alte Rosensorte unbekannt, rot

In unserem alten Haus hat sie uns mit ihrem Duft geradezu betört. Ohne Scheiß, keine der Rosen die ich euch gleich zeige riecht und schmeckt so intensiv wie diese, nicht mal im Ansatz. Nichts riecht so wie sie. Überhauptgarnichts.
Ein unbeschreiblicher Duft, müsste ich dann doch, ich würde sagen wie Rosen Brause. So, säuerlich, sparkling, rosig, so. Weißte?
Egal, die haben wir ausgegraben und hier darf sie nun im Rosengnadenhof leben und vereinzelt Blüten bilden und uns beglücken.
Sie wird uns keine Rosen-Sektmarmelade mehr schenken, wie damals und auch keinen Rosensirup oder Likör, denn sie ist eine alte Rosendame.

Dafür ist die Baronesse zum Beispiel auch überhaupt nicht geeignet.

Rose Baronesse, Beetrose inpink

Sie ist wunderschön in der Blüte, doch ihr Duft ist ganz zart, wie ein Seidenrock der auf einem Stück Rosenseife lag und zart im Sommerwind… so. Mehr nur ein Hauch.

Im Abendlicht, scheint die zweite Blütentracht mehr rosa und noch plüschiger.

Rose Baronesse , pinke Beetrosen

Die Köpfe fast zu schwer für die zarten Stiele und nach jedem Regen steigt meine Angst wieder Verluste zu vermelden. Aber schaut, wie sie sich öffnet, wie kleine Pompons in pink.

Ähnlich in der Farbe, doch ganz anders in der Blütenform und viel intensiver im Duft, die Rose Victoria Reine.  Eigentlich hat die Rose einen hellen Farbverlauf, der wahrscheinlich nur bei viel Sonne entsteht.

Rose Reine Victoria

Auf keinen Fall habe ich diese rote Rose gepflanzt. Eine kleinblütige, garkselige, nicht oder sogar schlecht riechende, rot-pinke, rostanfällige Rose.

unbekannte Rose, rot

Ich habe eine starkduftende, mit orangen Farbverlauf, wurzelnackt gesetzt, neben die apricotfarbene, die angeblich Queen Elizabeth war. Ich setzte diese schizophrenen Rosen einfach alle zusammen in ein Beet, zukünftig gesellen sich hier die geretteten Schnäppchen Discounterrosen hinzu. Ihr kennt das sicher, Helfersyndrom. Ansonsten kaufe ich nur noch Container mit Blüten.

Eine besondere Rose, ebenfalls ohne Duft aber in einer ganz besonderen Farbe ist die Novalis.

Morbide Rosen Novalis, zart blaülichh

Sie hat eine ganz eigenartige Farbe, zart bläulich, rosa und erinnert mich an morbide Rosen. Hier liegt die Faszination sicher nicht im Duft. Ich wünschte mir damals ein ganzes Beet mit diesen speziellen Schönheiten, doch noch fällt das unter Luxushobby und muss warten bis der Alltagsgarten angelegt ist.

Rose Novalis, morbide Rosen

Der entsteht langsam aus einer Mischung von Staudenbeeten, Rosen und wilden Selbstausaaten. Eine dieser Überraschungen, passt farblich ganz hervorragend zur Novalis auch wenn sie gar keine Rose ist.

Papaver somniferum, verbotene Schönheit Selbstausaat im Garten

Papaver somniferum, du verbotene Schönheit.

Hast du dich in meinen Garten geschmuggelt und ehe ich mich versah, verwehte der Wind dein Blütenkleid.
Übrig bleibt nur dein innerstes, eine wunderschöne Mohnkapsel, ein geografisches Meisterwerk.

Papaver somniferum, verbotene Schönheit

Sie ist natürlich längst hinfort Herr Wachtmeister, durch den Wald, den Berg hinab im Sauseschritt, mir Holden, blieb nur ihr Antlitz im Sinn.

Alter Vogelkäfig im Garten,wildes Blumenbeet

Im Sinn habe ich auch noch die Rosenleichen, die ich beim Umbau unter dem Bagger geborgen habe. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die verfickten, ranzigen, idiotischen, mir drohenden piiieeep-piiiiiieeeeep- pieeeeeee………
Handwerker Wixer, die ich damals vom Hof jagte?
Die haben den kompletten Garten des Vorbesitzer mit Rosen und Obstbäumchen einfach links gemacht. Das sollten sie auch, um die Zisterne zu setzen. Aber erst nachdem ich die Pflanzen umgesetzt habe, versteht sich aber ja von selbst.

Einzig diese rein weiß, unbekannte Schöne konnte ich reanimieren, ihr Duft ist wunderbar süßlich, schwer, rosig und könnte ich sie nicht sehen, würde ich den Duft einer dunkelroten Rose zuordnen, einfach weil …

weiße Rose unbekannt

So viel Regen, wie in den letzten Wochen mögen weiße Rosen leider gar nicht,

Zartrosa Beetrose überhängend

… zartrosa überhängende Beetrosen übrigens auch nicht.
Und auch die Kletterrose mit dem Namen Rosenstadt Freising, würde gerne der Sonne entgegen und ihrem hässlichen Namen davonklettern.

Rosenstadt Freising Kletterrose

Diese Rose, die keine ist, mag Wasser hingegen sehr.

Seerose im Teich

Wie der Name Hydrangea schon sagt, die Hortensie ist ebenfalls Wasser affin. Im schattigen Beet braucht sie dennoch häufig Unterstützung von der holden Gärtnerin, denn die Atlaszeder überdacht und nimmt zeitgleich von unten.

Hortensien im Garten, Schattenbeet

Die Hortensie im Hintergrund war ursprünglich blau. Im Waldboden wurde sie pink-rosa. Säuert man die Erde leicht ab und gibt etwas Alaun ins Gießwasser, wird sie wieder blau. Natürlich habe ich das auch ausprobiert, als aber alles andere blaue im Beet von den Schnecken gefressen wurde, wandeln wir nun wieder auf pink-weißen Pfaden.

Pink, weiß, etwas lila, das sind also die vorherrschenden Farben in den Beeten mit der Natursteinmauer. Ein Gesamtbild wird es geben beim nächsten Sitzplatz Beitrag, denn die Beete im leichten Hang, liegen genau davor oder besser darunter. Da sind dann auch andere Begleitpflanzen und Blattschmuckpflanzen zu sehen. Nun aber kennt ihr die wichtigsten Protagonisten schon etwas besser und könnt euch beim nächsten mal besser auf das Gesamtbild konzentrieren.

Natürlich gibt es hier auch gelbe und orange Blumen und die wachsen im Heilkräutergarten und Gemüsegarten querbeet. In den Beeten allerdings hat die holde Gärtnerin Frau Monks Verständnis für Farbharmonie aufgegriffen. Da nämlich die Wachstumsphasen noch nicht aufeinander abgestimmt sind und oft Lücken im Beet  sind, ist das die einfachste Lösung. Natürlich wünscht auch die holde Gärtnerin sich ein weißes Schattenbeet a la Gertrude Jekyll oder ein blaues, im Herbst langsam in ein Feuerbeet übergehendes und uns bis in den Winter hinein, erfreuendes Blumenbeet.
Natürlich will sie das, würde der Kerl jetzt sagen.

Da wären wir aber dann beim Thema Arbeit vor dem wir alle Angst haben und das nicht zu unterschätzende Ding mit den leeren Taschen.

I beg your Pardon, I never promised you a Rosegarden …
Along with the sunshine there’s gotta be a little rain sometime.

Die holde Gärtnerin singt für euch und wünscht euch ein wunderbares, sonniges Wochenende mit Superfood auf Beinen. Nackt, breit. Ganz wie euch beliebt und höchstens ein kleines bißchen Regen, sometimes.

Lieblingssitzplatz im Garten und Sperrmüllfund

In der Reihe Lieblingssitzplätze im Garten zeige ich euch verschiedene Inseln im Garten, die zum kurzen Verweilen einladen. Das ist besonders für die holde Gärtnerin total wichtig, denn ihre Hauptaufgabe besteht im Starren. Sie pilgert von Sitzplatz zu Sitzplatz, starrt, lässt ihre Gedanken schweifen, zupft hier, zupft da, rückt dort etwas gerade, während sie Ideen für die zukünftige Gartenplanung schmiedet.

Es vergeht eine gewisse Zeit, bis ein Garten angelegt ist, er entsteht über Jahre, es sei denn, man greift tief in die Tasche. Wir haben aber keine Taschen. Hier werden vorhandene Dinge mit Fundstücken vom Sperrmüll oder Flohmarkt ergänzt, um Sitzbereiche abzustecken. Nach und nach entstehen so kleine Gartenräume, die dann als Sonnen-oder Schattenplatz dienen.

reiland Rosen in Sauciere, Garten tischdeko

Im wilden Teil des Gemüsegartens, vor den Himbeeren; die da so doof rumstehen weil der Kerl im letzten Jahr nicht dafür gesorgt hat ein anständiges Beet anzulegen ist es morgens und abends ganz gut auszuhalten. Vorausgesetzt, die Sonne scheint ausnahmsweise.
Hier nimmt die holde Gärtnerin ein kleines Frühstück ein, während sie den Gartentag plant und nach dem Abendessen, wenn alle Pflanzen versorgt sind, genießt sie gerne noch den Moment der abendlichen Stille. Hier werden Schilder geschrieben und die Ernte abgestellt, die übrigens zurzeit aus Buschbohnen, Zucchini, Zucchini und Zucchini besteht.

Freilandrosen in Sauciere und Gemüseernte

Der kleine Sitzplatz mit den beiden Biergartenstühlen, der Bank und dem Tisch, ebenfalls ein altes Flohmarktschnäppchen, ist perfekt für kleine Pausen.

Die Anleitung zur selbstgebauten Gartenbank könnt ihr übrigens hier noch einmal nachlesen. Die Seitenteile aus Guss sind manchmal für kleines Geld auf Flohmärkten zu finden, wie bei unserer Bank. Oder, für noch kleineres Geld auf dem Sperrmüll.
Dort habe ich nämlich, schon vor Monaten, welche erspäht. Bänke kann man nie genug haben, dachte ich, trat auf die Bremse und lud die grünen Teile ins tannengrüne Waldmobil.

Sperrmüllfund, Seitenteile aus Guss für Gartenbank diy

Zufällig bekam ich shon ein paar Tage vorher eine super nette E-mail einer Leserin.
Maria berichtete von ihrer selbstgebauten Bank und schickte sogar ein Foto mit. Wir haben uns sehr gefreut, alle Alter Egos und auch der Kerl. Wenn durch unsere Ideen und Anleitungen andere inspiriert werden, ist der Auftrag erfüllt und die Motivation diesen Blog weiterzuführen und meine Ideen zu teilen, steigt. Ich kenne zwar die Zahlen und Statistiken hinter dem Blog, die Menschen bleiben einem doch leider meist verborgen.

Schaut euch Marias Bank an.

Gartenbank nah Anleitung von Schön-tachelesc

Die gefällt mir total gut, denn die Ornamente auf den Seitenteilen sind wieder ganz anders als unsere. Vielen Dank, du Liebe, für dein Feedback und das tolle Foto.

Dieser Sperrmüllhaufen hatte außerdem noch eine Sense und diese ehemalige Gartenlampe im Angebot.

Sperrmüllfund, Diy Garten Laterne

Zuerst wurden Kabel, Glasscheiben und Innenleben entfernt und die Laterne dann einfach in die Erde gesteckt. Da das Gehäuse ebenfalls aus so was wie Gusseisen besteht, kann die holde Gärtnerin sogar eine echte Kerze nehmen, bemerkte Frau Monk, denn auf dem Tisch ist kein Platz dafür. Mit geübten Handgriffen und etwas Kies hauchte sie der Laterne wieder Leben ein. Die holde Gärtnerin war zuerst versucht den Boden mit Moos auszustopfen und abzudecken, doch Frau Monk dachte an Sicherheit und Praktikabili… naja.

Gartensitzplatz

Beim nächsten Einkauf werde ich Ausschau nach so einer hässlichen Led Kerze halten, die der Wind nicht ausbläst. Wahrscheinlich ist die Laterne bis dahin auch längst wieder entsorgt oder zu etwas anderem mutiert.

Gartenbank Gusseisen, Gartenlatern

Apropos entsorgt. So richtig ausführlich und bei Nacht ist das ja alles nicht dokumentiert hier. Den Sitzplatz könnte man ja auch mal im Gesamten fotografieren, besser, schöner in irgendeinen Kontext stellen.

Joah, hab ich, doch das war so …

Seit geraumer Zeit schreibe ich Beiträge vor, die ich erst später bebildern möchte. Viele.
Getan habe ich das letztendlich dann doch nicht, entweder weil mir der Text nicht mehr gefiel oder längst aus der schnellen Zeit gefallen war.
Selbst wenn es nur um das lückenhafte Beet geht, welches eben noch nicht darauf ausgelegt ist in sämtlichen Jahreszeiten zu glänzen, wäre der Beitrag zeitlich ganz schnell verrutscht. Wer je einen Garten, ohne Taschen angelegt hat, versteht vielleicht.
Nun habe ich in den letzten 2 Wochen etliche Beiträge fotografisch dokumentiert um sie endlich zu veröffentlichen und hunderte, tolle Bilder gemacht. Das behaupte ich jetzt einfach mal, denn es ist gar nicht nachvollziehbar, ob die Fotos schön geworden sind, denn die Fotos sind nicht mehr da.

Wer weiß schon, ob es am Laptop liegt, ob die Speicherkarte schmort, weil das Gerät so heiß ist, dass es ausgeht, vielleicht liegt es an der Speicherkarte selbst, vielleicht auch wie immer an mir. Damit kann ich umgehen, es macht die Situation alltäglich. Meine Reaktion fiel dementsprechend aus, mit einem Anheben der Augenbrauen und einem Zusammenkneifen des Mundes nach links unten.

Und atmen.

Es ist ja auch nur der Sitzplatz im Gemüsegarten, für kurz, von daher schiebe ich das jetzt nicht mehr auf die lange Bank. Auf überhaupt gar keinen Fall gehe ich jetzt raus in den Regen und ich werde auch nicht noch einmal drei Grillsoßen kochen, um deren Herstellung erneut zu dokumentieren … und atmen …

Wie findet ihr den neuesten Gartenmüll?
… und bitte sagt „Hallo“ zu Maria.

Von Sinnen – Halbjahresabrechnung

Von Sinnen

Von Zeit zu Zeit, berichte ich von den 5 Sinnen, von den Dingen die ich sehe, höre rieche, taste und schmecke.
Leser der ersten Stunde erinnern sich sicher an sonntägliche Beiträge, im neuen Blogleben rechnen wir jedoch im Quartal ab.
Die Jahresabrechnung und die Quartalsabrechnung können gerne noch einmal nachgelesen werden, genau genommen hat sich aber auch gar nicht viel geändert. Zumindest nicht verbessert. Ganz sicher nicht verbessert.

Deshalb bin ich in Verzug, 23 Tage überfällig, denn das letzte Quartal gefiel mir ganz und gar nicht und die Hoffnung auf gute Nachrichten wollte nicht sterben, im Gegensatz zu all den anderen Toten. Ich betrauerte die Helden unserer Jugend, die nacheinander wegstarben und mir kam es vor, als hätte ich mich über all das schon mehrfach ausgelassen und löschte es.

Ich schrieb von Frauen, die jegliche Menschlichkeit und Loyalität unter ihrem Neid vergruben und missbrauchte Geschlechtsgenossinnen in den sozialen Medien verhöhnten, öffentlich. Ich löschte es und schrieb es noch mal und löschte es und schrieb es noch mal und löschte es und …

Doch es lässt mich nicht los. All das.

♦ gesehen …

habe ich diese Kommentare auf Facebook. Durchzogen von Dummheit, Neid, Hass und Angst sehe ich fortwährend die gleichen menschenverachtenden Reaktionen auf völlig unterschiedliche Themen. Meist haben ausgerechnet die Frauen, die ein Missbrauchsopfer auslachen und der Mitschuld bezichtigen Angst, selbst an der Bushaltestelle von einem Flüchtling vergewaltigt zu werden.
Nun könnte ich das alles ignorieren und mich gar nicht darum kümmern oder gar antworten.
Ja das könnte ich.
Irgendwann würden dann nur noch die sprechen, die Flüchtlinge direkt an der Grenze erschießen wollen.
Die, die der Meinung sind, Frauen hätten gefälligst mal grad den Arsch hinzuhalten, wenn sie einen Minirock tragen, die, die ein Nein laut hören müssen, hören und lesen plötzlich nirgends mehr ein Nein.

Zur Meinungsbildung einer Gesellschaft gehört es unbedingt dazu, andere Meinungen anzuhören, sich auseinanderzusetzen und faktisch zu überzeugen. Dummheit vertreiben durch Informationsaustausch. Ein hohes Gut. Wenn wir aus Bequemlichkeit nicht mehr gegen die bittere, braune Welle aus Gülle und Galle ansprechen, wird sie die Welt überschwemmen. Es werden wieder Mauern gebaut, es werden wieder Lager gebaut und es wird geschwiegen.

Der Unterschied besteht im Dürfen und Müssen. Schweigen müssen ist anders, siehste ein, ne?

♦ gehört …

„Wer hier in Deutschland leben will, soll sich anpassen und keine Verbrechen begehen, hier bei uns gab es in letzterWoche 2 Vergewaltigungen von Fremden, hab ich gehört. Das findest du gut?“
„Äääh. Nein.“
„Also.“

„Also was? Also… so langsam is gut. Wir kennen all die fiktiven Worst Case Szenarien und auch die, die tatsächlich passierten.

Und nu? Was machen wir denn nu? Fakt, es kommen sogar noch mehr, von denen, Menschen sind es, verständlicherweise kommen die. Wenn man sich die weltpolitische Lage anschaut, isses ja schon ziemlich peinlich noch immer überrascht zu sein. Über Zuwanderung, über kulturelle Unterschiede und Kriminalität, über psychisch traumatisierte Menschen und die daraus entstehenden Probleme. Darüber brauchen wir nicht reden. Wir müssen uns den Problemen stellen und die Menschen unterstützen, damit eben nicht das Schlechteste in ihnen hervorkommt, sondern das Beste.
Fuck, wie oft hätte ich in meinem Leben gern zur Axt gegriffen. Zum Glück hat es nie gereicht um komplett durchzudrehen. Meine Verletzungen gingen nur bis tief ins Mark, nicht darüber hinaus. Aber wer weiß, was Krieg, eine Flucht … was das aus einem macht?

Und du, schon Urlaubspläne? Türkei, wie jedes Jahr? Nicht, nä? Na du kannst es dir ja aussuchen …

gerochen …

Natur

Ständig, immer nur bin ich von Natur umgeben und dafür bin ich unglaublich dankbar. Jedoch, auch unser Dach und unsere Regenrinnen sind ständig von Natur umgeben und leiten von Zeit zu Zeit das Wasser direkt ins Haus, ohne den Umweg in die Zisterne zu nehmen. Und es gab viel Wasser. Seeehr viel Wasser. Schnelles Wasser. Erwähnte ich schon, dass ich aus Faulheit, in weiser Voraussicht noch immer nicht gestrichen habe?
Die Glaskugel ist bestellt, solltet ihr vorhersehende Hilfe brauchen, Weisheiten, bald hier zu ordern.

getastet…

Die zarten Ansätze von Schwimmhäuten bilden sich schon zwischen meinen Fingern, mein Körper passt sich diesem Sommer an. In Gedanken stelle ich mir ein Meerjungfrauen Outfit zusammen, welches das facettenreiche Ozeanblau, meiner durchweichten, nassen Haut meiner Augen widerspiegelt. Im Blog kümmert sich zukünftig Mrs. Mermaid um meteorologisch angepasste Fashionposts.
Evolution, du schnelles, geiles Ding.

 ♦ geschmeckt …

Kein Fleisch, kaum, wenig und doch zuviel.

Denke ich nur an mein Wohlbefinden, komme ich gut durch mit der Ausrede, nur Biofleisch aus tiergerechter Haltung zu kaufen oder Wild vom bekannten Jäger, doch auf keinen Fall aus Massentierhaltung und auch nur ganz selten. Überhaupt!

Denke ich richtig, denke ich Tod is Tod, Tod is erst mal Scheiße. Dann denke ich einerseits an verwesende Leichenteile, andererseits denke ich an dieses unglaublich gute, Irische Rib Eye Steak, in Cognac Pfeffersoße.

Verstörende Gedanken.
Diese Ambivalenz. Ich sagte es schon einmal, wahrscheinlich in einer Facebook Diskussion auf meinem Privatprofil, das völlig unprivat zu abonnieren ist, denn ich unterscheide die Öffentlichkeit nicht, um den Algorithmus nicht zu füttern, aber das ist ja ne ganz andere Geschichte und lenkt nur von meiner Fleischeslust ab. Das mach ich gerne, wir alle lenken gerne ab.

Ich antwortete auf einen Kommentar, den Menschen nicht über das Tier zu stellen, denn ich würde auch Mensch essen, wenn er so köstlich zubereitet wäre. Hätte man es mir gesellschaftlich über Jahre als genauso selbstverständlich vermittelt, wie Tiere zu essen, hätte ich auch sicher hier erstmal nicht nachgefragt.

Denken habe ich erst wieder erlernen müssen, das Richtige, Intensive, zu Ende denken, dem stelle ich mich erst seit einigen Jahren. Vorher war es einfacher, keine Zeit zu haben, kein Geld zu haben und auch keine Lust zu haben, sich Eigenverantwortlich zu ernähren.

Ich wusste nichts über den Treibstoff, den der Motor benötigt, der meinen Körper am Laufen hält. Es gibt diese Dinge, die versucht man zu ignorieren, damit man sie nicht begreifen und aushalten muss.

Was tankst Du eigentlich?
Wie gut achtest du darauf, dich nicht zu vertun, deinem Auto nicht das falsche Futter zu geben?
Wie gut achtest du darauf, dir nicht das falsche Futter zu geben?
Das sollte man sich mal fragen.

Blicke ich zurück auf die letzte Woche, ernähre ich mich 3 Tage vegetarisch, 2 Tage vegan, an einem Tag gab es Fleisch und am anderen musste leider noch ein Fisch für mich sterben.
Mein Ernährungsmodell ist automatisch so passiert, während ich darauf achtete Lebensmittel statt Nahrungsmittel zu verwenden. Viele vegane Produkte kommen für mich nicht infrage, da sie dennoch industriell verarbeitet sind.

Für mich ist es auch nicht minder wichtig, wem ich mein bissche Geld gebe, diese Entscheidung nimmt mir niemand ab, also treffe ich die richtige. Gebe dem kleinsten Verbrecher mein Geld, unterstütze Firmen; deren Philosophie ich vertrete und lass mich nicht ablenken vom wesentlichen, dem Produkt. Hatten wir ja alles schon hier, ich wiederhole mich, komm ins Plaudern und nachher werd ich wieder eklig, das wollen wir ja nicht.
Obwohl, mich stört es nicht, wenn jemand vor dem Supermarktregal steht und zum ersten Mal das Etikett liest, weil er so genervt von mir is. Vielleicht wird das versteckte Emblem der Großkonzerne vor dem Kauf bemerkt und man zögert und verweigert das Produkt. Heute. Und Morgen.

Am End, sind wir ehrlich, wird jemand sterben. Nicht weil ich „es“ direkt esse, in Form von Fleisch. Sondern weil ich ja sogar für mein Gemüse töte.

Das machte mir ein lieber Besucher deutlich, der zwar das gegrillte Wild Fleisch mit Genuss verzehrte, jedoch die Schnecke rettete, die ich gerade zerschneiden oder wahlweise zerhacken wollte.
Mit dem Argument, das Fleisch diene schließlich primär der Nahrungsaufnahme, wurde die Handlung begründet. Ich erkenne mich in dieser Art der Rechtfertigung durchaus wieder, denn fällt die Schnecke über meinen Pflücksalat her, den ich bis zum Winter hindurch beernten könnte, hindert sie mich an der Nahrungsaufnahme. Dem wirke ich natürlich entgegen, mit Tod.

„Aber, wie süß sie guckt, die kann man doch nicht töten.“ Während er mit der anderen Hand die verfickten Moskitos tötete, schenkte er mir einen leicht verächtlichen Blick.

Mir wird klar, irgendwo müssen wir anfangen.

Wenn ich mir die Welt so betrachte, müssen wir einfach versuchen die tägliche, pro Kopf Anzahl der Tötungen auf ein Minimum zu beschränken.

Alle. Einfach!

Auch die Türkei, jetzt mit der Todesstrafe um die Ecke zu kommen gilt nicht. Spielverderber, manipulative.

Wo waren wir stehen geblieben?
Weniger töten. Egal was oder wen, egal ob Hund, Katze, Wühlmaus. Egal ob Kalb, Schwein, Schnecke, Mensch oder Stechmücke oder Nerven.

Fangt an. Bei euch.

Während ich diesen Beitrag endlich veröffentlichen will, passiert München. Über Twitter und Facebook verfolge ich weitgehend das geschehen und der Pressesprecher der Polizei München hält mich auf dem Laufenden. Großartig macht er das, ruhig, sachlich, gescheit. Ich bin fast froh darüber zu wenige Informationen zu bekommen, ohne Vermutungen, ohne Hetze, ohne Selbstdarstellung.
Mir wird klar, unsere Forderungen nach Informationen behindern die Lösung der Probleme. Die Menschen hinter diesen Situationen sind eben auch nur das. Menschen. Unter Druck gesetzt, im Fokus der Öffentlichkeiteit können sie ihre Arbeit nur so gut machen, wie wir sie lassen.

Rufe nach Frau Merkel werden laut, die sich allerdings in einer Besprechung für die Sicherheit befindet, was aber auch total egal ist. Hätte sie sich den Fragen der Öffentlichkeit gestellt, hätte man sie beschimpft, sich in dieser Situation vor die Kameras zu begeben, es gibt doch Wichtigeres zu tun. Niemandem bringt es etwas, wenn Frau Merkel ihr Mitgefühl ausspricht aber es muss, es gehört sich doch so, das sind doch Deutsche.

Wo ist dein Mitgefühl, wenn ein Mensch dich braucht, bevor er ausrastet? Es gehört sich auch, Menschen im eigenen Umfeld aus Isolation, Armut, Verzweiflung zu holen, Hilfe anzubieten. Wir aber belächeln, beschimpfen und ignorieren diese Probleme um uns später dann in den sozialen Medien über die Resultate zu wundern. Schuld ist im Zweifelsfall der IS.

Diese IS Wixer haben auch ne Menge Staub in meinem Wohnzimmer ausgeschüttet, Wüstenstaub, zu dem sie sich längst bekannten, den muss ich jetzt alleine wegputzen. Iiich hab ja auch keine Putzfrau, wie all die Ausländer die hier hinkommen, iiiiich kümmere mich ja selbst um meinen Haushalt während die Politiker mein Haushaltsgeld auf den Kopf hauen.

Das haben wir nun davon, der Terror ist jetzt auch in Deutschland, ihr habt es so gewollt, ihr habt alle reingelassen…

Ich halte es nicht mehr aus, meine Finger möchten Sätze schreiben wie: „Der Terror ist mit deiner Geburt in Deutschland eingetreten, du blöde Fotze.“ oder „Geh sterben, du Verdienst kein … Internet.“

Nur falls sich noch jemand fragt, wie man so wird.
Meiner Meinung nach sind wir schlicht nicht in der Lage so viele Informationen zu verwerten, zu verarbeiten, zu ertragen. Aus der ganzen Welt erreichen uns heute Informationen, die unser Leben gar nicht unmittelbar betreffen. Es ist nicht die Sorge um den direkten Nachbarn, den kennen wir gar nicht. Es ist die Sorge um die ganze Welt.
Und wehe du sorgst dich nicht. Der Vorteil ist, wir können gar nichts tun, nicht helfen. Zumindest nicht der Welt. Wir könnten wohl unserem Nachbarn helfen, doch wir sind so sehr damit beschäftigt der Welt nicht zu helfen.

Bevor ich den Text jetzt wieder lösche, veröffentliche ich ihn einfach, ohne Bilder ohne  erneute Rechtschreibprüfung. Ja sicher, ihr habt ein Recht auf Bilder, die einen Text in dieser Länge unterteilen, selbstverständlich fehlerfrei. Wer soll das denn sonst bitte lesen?

Ganz ehrlich? Is mir grad egal.